Markus Söder (CSU) ficht gern mit dem schweren Säbel, nicht mit dem Florett. Mit seinen Forderungen nach einem raschen Austritt Griechenlands aus der Eurozone hat das der bayerische Finanzminister nur unterstrichen. Aber selbst wenn man ein Freund klarer Worte ist, so gehen Formulierungen wie "An Athen muss eine Exempel statuiert werden" oder "Irgendwann muss jeder bei Mama ausziehen" eindeutig zu weit.
Jeder weiß, dass die Zukunft des Euro auf Messers Schneide steht. Es ist gut möglich, dass die Griechen zur Drachme zurückkehren, zurückkehren müssen. Wie auch immer sich die Dinge weiterentwickeln sollten, eins ist klar: Europa zusammenzuhalten wird von Tag zu Tag schwieriger.
Söder ist mit seiner Polemik keinen Deut besser als die Zeitungen des italienischen Ex-Regierungschefs Silvio Berlusconi, in denen schon vom "4. Reich" schwadroniert wird. Will Deutschland mit seiner Sparpolitik erfolgreich sein, müssen seine Vertreter dafür werben. Die Bürger Südeuropas mit dem Säbel zu attackieren, ist nicht erfolgversprechend. Der Ton macht die Musik. Das sollte man selbst am bayerischen Stammtisch wissen.
Kontakt zur Autorin:Sibylle Quenett