Fahrbereitschaft des Bundestages: Wasserprediger

04.05.2012 19:59 Uhr | Aktualisiert 04.05.2012 20:17 Uhr
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Stefan Sauer

Stefan Sauer (FOTO: MZ)

Stefan Sauer kritisiert , dass die Fahrzeugflotte der Fahrbereitschaft des Bundestages wenig umweltfreundlich ist.
Halle (Saale)/MZ. 

Es könnte so einfach sein, mit gutem Beispiel voran zu gehen. Man müsste nur mal einen Gang runterschalten. Es geht schließlich auch eine Nummer kleiner. Es wäre ohne weiteres möglich, die Flotte der Bundestagsfahrbereitschaft mit Automobilen zu bestücken, die die vom Ältestenrat 2009 beschlossene CO2-Obergrenze von 120 Gramm pro Kilometer unterschreiten. Dabei wären nicht einmal dramatische Komfortverluste in Kauf zu nehmen. Denn die Parlamentarier legen in den Limousinen ohnehin nur Kurzstrecken zurück.

Dass der CO2-Grenzwert der parlamentarischen Fahrbereitschaft dennoch fast flächendeckend überschritten wird, hat vor allem mit der Fixierung auf die drei deutschen Nobelhersteller Mercedes, Audi und BMW, genauer auf deren große Modelle, zu tun. Weder ein japanischer Prius noch ein A-Klasse-Modell mit Stern werden als satisfaktionsfähig betrachtet. Zwei Liter Hubraum müssen schon sein und deutlich über 100 PS, auch wenn die im Berliner Stadtverkehr kaum je von Nutzen sind.

Der Bundestag sollte sich besinnen und auf verbrauchsärmere Autos umsteigen. Wasser predigen und Wein saufen, kommt nicht gut an.

Kontakt zum Autor: Stefan Sauer