Christian Elsaeßer (FOTO: MZ)
Vielleicht ist es ja so etwas wie ein gutes Omen, dass die deutsche Fußball-Nationalmannschaft kurz vor Beginn der EM in Polen und der Ukraine für Überraschungsangriffe gut ist. Bundestrainer Joachim Löw hat am Montagabend, rund 18 Stunden vor Frist-Ablauf, seinen endgültigen Kader bekannt gegeben und nach 22 Trainingseinheiten in zwei Trainingslagern vier Spieler wieder nach Hause geschickt.
Was bleibt, ist ein Aufgebot ohne Überraschungen. Und das ist ein gutes Zeichen. Der Bundestrainer weiß um die Stärke dieses Teams und braucht keine symbolischen Nominierungen vom Typ David Odonkors.
Die wichtigste Frage am Ende eines Nominierungsprozesses ist doch immer diese: Sind die 23 Spieler tatsächlich die besten?
Die Antwort ist ein klares Ja. Auch wenn das mit Blick auf die wacklige Abwehr keine rundum beruhigende Botschaft ist, bessere Verteidiger als die nominierten stehen dem Bundestrainer nicht zur Verfügung. Und auf gewisse Weise ist dieser Kader damit Ausdruck der Zeitenwende, die der deutsche Fußball erlebt. Es gibt einen Überhang an guten, kreativen Offensivkünstlern, aber einen Mangel an international erstklassigen Defensiv-Arbeitern.
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