G-8-Gipfel: Schaulaufen

18.05.2012 19:15 Uhr | Aktualisiert 18.05.2012 20:09 Uhr
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Damir Fras

Damir Fras (FOTO: MZ)

Damir Fras setzt wenig inhaltliche Erwartungen in das Gipfeltreffen der G-8-Staaten in den USA.

Das G-8-Gipfeltreffen in Camp David mag dem US-Präsidenten Barack Obama als Bühne für den Wahlkampf zu Hause dienen, auf der er sich als Weltenlenker stilisieren kann. Eine für die Welt bedeutende Veranstaltung wird daraus aber nicht.

Denn die Gruppe der Acht, die in Ermangelung einer vernünftigen Alternative immer noch "Gruppe der acht wichtigsten Industrienationen der Welt" genannt wird, hat ihre besten Tage lange hinter sich. Wenn es sich bei der Gruppe wirklich um die wichtigsten Industrienationen der Welt handelte, dann dürfte Russland nicht dabei sein, Italien nicht mehr und Japan ebenfalls nicht. Dafür aber müsste China dabei sein und vielleicht auch Indien und Brasilien.

Ein G-8-Gipfel ist kein Entscheidungstreffen. Es ist ein Schaulaufen der Mächtigen und Möchtegern-Mächtigen, das viel Geld verzehrt, aber außer hübsch zu lesenden Absichtserklärungen keine Inhalte produziert. Am Freitag etwa hat Obama auf einer G-8-Veranstaltung gesagt, dass der Hunger auf der Welt nicht akzeptabel sei und der Kampf gegen den Hunger nicht nur der US-Wirtschaft helfe, sondern auch den Weltfrieden voranbringe. Ach ja? Eine wirklich neue Erkenntnis.

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