Gagfah-Immobilien: Verschluckt

03.05.2012 20:09 Uhr | Aktualisiert 03.05.2012 20:32 Uhr
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Steffen Höhne

Steffen Höhne (FOTO: MZ)

Steffen Höhne meint, dass der US-Finanzinvestor Fortress nur wenig Freude an seinem riesigen Wohnungskauf in Dresden hat.
Halle (Saale)/MZ. 

Als 2006 die zum US-Finanzinvestor Fortress gehörende Gagfah rund 38.000 kommunale Wohnungen in Dresden übernahm, war die Furcht der Mieterschützer groß. Der sogenannten Heuschrecke wurde zugetraut, alles mit Haut und Haar zu verspeisen. Doch wie sich nun zeigt, hat sie sich kräftig verschluckt.

Investitionszusagen und eine Sozialcharta, die deutliche Mieterhöhungen ausschloss, setzten dem Renditehunger der Gagfah enge Grenzen. Wo diese überschritten wurden, schritt die Stadt Dresden, die durch den Verkauf schuldenfrei geworden war, ein - und kassierte neuerlich ab. Der Gagfah war die Freude an ihrem Milliarden-Investment schon lange vergangen. Es wundert daher kaum, dass sie nun einen Verkauf prüft.

Die Zeit dafür ist günstig. Vor allem die europäische Schuldenkrise verunsichert viele Investoren. Sie sehen Immobilien als sicheren Hafen für ihr Geld. An potenziellen Käufern vor allem aus der Finanzbranche wird es daher nicht fehlen. Für die Mieter bedeutet dies trotz aller Schutz-Klauseln zunächst Unsicherheit. Sie müssen darauf achten, dass ihre Rechte gewahrt bleiben. Doch haben die Dresdner bereits gezeigt, wie man Heuschrecken zähmt.

Kontakt zum Autor: Steffen Höhne