Harzer Schmalspurbahnen: Kosten und Nutzen

11.06.2012 20:17 Uhr | Aktualisiert 11.06.2012 20:43 Uhr
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Alexander Schierholz

Alexander Schierholz (FOTO: MZ)

Alexander Schierholz meint, dass die Bedeutung der Harzer Schmalspurbahnen für den Tourismus nicht verkannt werden darf.

Ausgerechnet im Jubiläumsjahr kommt die Hiobsbotschaft: Die Harzer Schmalspurbahnen fahren hohe Verluste ein. Ihre kommunalen Gesellschafter könnten nun tun, was Kommunen häufig tun, wenn die Ausgaben zu hoch und die Einnahmen zu niedrig sind: Wirtschaftsprüfer holen und den ganzen Laden verschlanken. Am Ende fahren dann vermutlich Dieseltriebwagen auf den Brocken und die Selketalbahn ist stillgelegt.

Zum Glück ist die HSB keine Kommune und auch kein x-beliebiges Unternehmen. Die Bahn ist das, was Marketing-Fachleute ein "Alleinstellungsmerkmal" nennen: Eine Urlaubsregion, die mit zig anderen Urlaubsregionen um Gäste buhlt, nennt ein mehr als 100 Kilometer langes Schmalspur-Eisenbahnnetz ihr eigen und zieht damit jährlich hunderttausende Gäste an, die allein deswegen kommen.

Ja, die HSB kostet Geld. Viel Geld. Am Ende aber bringt sie mehr als sie kostet - an Einnahmen für Hoteliers, Gastronomen, Gewerbetreibende, an Arbeitsplätzen, an Renommee. Das ist Gold wert in einer Region, die stark auf den Tourismus angewiesen ist. Das muss der Maßstab sein, wenn es um die Zukunft der kleinen Bahn im Harz geht.

Kontakt zum Autor:Alexander Schierholz