Detlef Drewes (FOTO: MZ)
Es ist eine 100 Milliarden Euro teure Beruhigungsspritze. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger. Europa zahlt für das Versagen der spanischen Banker, deren leere Kassen nun wieder aufgefüllt werden. Den Millionen Arbeitslosen auf der iberischen Halbinsel bringt das Geld höchstens mittelbar eine neue Zukunft, wenn die Geldinstitute nämlich tatsächlich wieder zum normalen Kreditgeschäft zurückkehren. Nur dann können Unternehmen investieren und Leute einstellen.
So die Theorie. In der Praxis wird es nicht reichen. Denn um zu Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit zurückzukehren, sind genau jene Reformen nötig, die man Madrid durch einen Trick erspart hat. Das Geld aus dem Rettungsschirm stammt aus einem Sonderfonds zu Rekapitalisierung der Geldinstitute.
Das bleibt unbefriedigend, weil nicht wenige ahnen, dass der verschuldete Staat allein und ohne gesunde Marktkräfte die Wirtschaft nicht auf einen grünen Zweig führen kann. Gesunde Banken können zwar Darlehen vergeben, aber sie erzeugen eben keine Nachfrage. Genauso wenig wie die Millionen Arbeitsloser. Diesem ersten und wichtigen ersten Schritt müssen also zwingend in den nächsten Wochen weitere folgen.
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