Noch bevor überhaupt klar ist, was ein öffentlich-rechtlicher Jugendkanal leisten kann und soll, hätten wir also bereits eine Standortdebatte. Genauer: einen Standortwunsch. Aus der mitteldeutschen Region heraus wird die mitteldeutsche Region empfohlen. Für Halle wird gestimmt.
Weil dort der MDR-Hörfunk seinen Sitz hat. Weil sich der Haus-Sender Sputnik um die Jugend bemüht. Weil das Erfurter MDR-Haus mit dem Kinderkanal zeigt, wie so ein Zielgruppensender funktionieren kann.
Das alles könnte man genauso gut auch ganz anders werten. Eben weil der MDR im ARD-Verbund den Kinderkanal betreibt, müsste er nicht auch noch die Jugend versorgen. Zumal in einer jugendarmen Region.
Aber darüber zu diskutieren, hieße nur Wind machen. Erregung zu schüren, wo Argumente fehlen. In einer Sache, die für sich selbst völlig unklar ist.
Erst einmal muss das begründet werden: Warum überhaupt brauchen ARD und ZDF einen Jugendkanal - und nicht viel mehr ein optimiertes Programm? Welche Sparte wird im Hauptprogramm bedient, wenn immer mehr Spartenkanäle gegründet werden? Ein ARD-ZDF-Gipfel wäre überfällig. In diesem Fall: Warum nicht in Halle?
Kontakt zum Autor:Christian Eger