Krankenstand: Erschreckender Trend

29.05.2012 19:39 Uhr | Aktualisiert 29.05.2012 20:00 Uhr
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Bärbel Böttcher

Bärbel Böttcher (FOTO: MZ)

Bärbel Böttcher glaubt, dass der Wandel der Arbeitswelt, der in Sachsen-Anhalt stark zu spüren ist, viele Menschen krank macht.
Halle (Saale)/MZ. 

Die Gesundheit ist ein Spiegel der Gesellschaft. Das bestätigt der Report, den die Krankenkasse DAK-Gesundheit für Sachsen-Anhalt vorgelegt hat. Demografiebedingt steigt das Durchschnittsalter in den Betrieben. Und damit auch der Krankenstand.

Sicher ist es von den Kassen wohlfeil, vor diesem Hintergrund ein besseres betriebliches Gesundheitsmanagement zu fordern. Vorbeugen ist schließlich besser und vor allem billiger als heilen. Ob sich das jedoch flächendeckend realisieren lässt, ist fraglich. Zumal ein Großteil der Beschäftigten hierzulande im Niedriglohnsektor tätig ist. Dies wiederum macht auf einen wirklich erschreckenden Trend des Gesundheitsreports aufmerksam. Die psychischen Leiden nehmen in Sachsen-Anhalt rasant zu. Das hat sicher auch damit zu tun, dass bei den einen die Arbeitsbelastung zunimmt und Erholungsphasen Seltenheitswert haben.

Andere indes wandern von Minijob zu Minijob oder werden als Leiharbeiter von Betrieb zu Betrieb gereicht - ohne Chance, irgendwo Fuß zu fassen. Dieser Wandel in der Arbeitswelt macht viele krank. Aber dieses Problem können nicht die Kassen mit ihren Präventionsprogrammen lösen.

Kontakt zur Autorin: Bärbel Böttcher