Kunsthandwerk: Aufhorchen

08.07.2012 19:29 Uhr | Aktualisiert 08.07.2012 21:00 Uhr
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Günter Kowa

Günter Kowa (FOTO: MZ)

Günter Kowa findet, dass das Werk von Markus Lüpertz für die Dorfkirche in Gütz ein kulturpolitischer Weckruf sein sollte.

Die Kulturpolitik im Lande und ihre Förderstrukturen haben noch kaum wahrgenommen, dass sich in Sachsen-Anhalt das Kunst-Genre der Glasmalerei wiederbelebt, das überregional dabei ist, das Image des Kunsthandwerklich-Gestrigen abzustreifen. Nicht zuletzt, weil auch Stars der Malereiszene das Potential einer Kunst für sich entdecken, die ihre Möglichkeiten erst im Ausschöpfen immer neuer technischer Entwicklungen ausreizt.

Plötzlich sind es Menschen ohne spezielle Vorkenntnisse in Kirchengemeinden und Fördervereinen, denen die Augen aufgehen für eine Kunstform, die historische Räume in ein Spannungsverhältnis mit der Gegenwart versetzen und zugleich atmosphärisch aufladen kann. Für das bauliche Erbe des Landes, oft und gerne gepriesen als unterschätzter Reichtum, kann das ein Schritt zu einer völlig neuen Wahrnehmung sein.

Die potentiellen Sponsoren im Land und die Fördergremien in Kunst- und anderen Stiftungen mögen aufhorchen, wenn an abgelegenen Orten hierzulande Malerstars auftauchen und in der Zunft der Glasmaler örtliche Namen hoch gehandelt werden. Es gilt, den Aufbau einer Kunstgattung zu stützen, die imageprägend sein kann.

Kontakt zum Autor:Günter Kowa