Lafontaines Verzicht: Crash vermieden

22.05.2012 21:39 Uhr | Aktualisiert 22.05.2012 21:53 Uhr
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Markus Decker

Markus Decker (FOTO: MZ)

Markus Decker begrüßt den Verzicht Oskar Lafontaines auf den Parteivorsitz und sieht die Chance für konstruktive Lösungen.

Endlich hat er's begriffen. Oskar Lafontaine hat auf die Kandidatur für den Vorsitz verzichtet. Das ist gut so.

Lafontaines Rückzug ist keineswegs zwangsläufig. Zwangsläufig war der Verzicht auf die Erpressung. Zu sagen, ich kandidiere nur dann, wenn kein anderer kandidiert, war anmaßend und patriarchalisch. Eines war es garantiert nicht: demokratisch. Der 68-Jährige hat dadurch erst jenen Verdruss erzeugt, der ihn selbst in die Zwickmühle brachte. Und das ist nun vorbei und dadurch entweicht etwas Druck aus dem Kessel. Das Ende ist weiter offen.

Zuletzt hatte alles darauf hingedeutet, dass es beim Parteitag in Göttingen zum großen Crash kommen würde - zum Crash zwischen Oskar Lafontaine und Dietmar Bartsch, zum Crash zwischen Radikalen und Reformern, zum Crash zwischen West- und Ostdeutschen. Lafontaine hat durch seinen Schritt immerhin dazu beigetragen, dass dieser Crash vielleicht noch vermieden werden kann. Damit ist aber wenig darüber gesagt, wie es weitergeht. Es besteht immerhin die Chance, zwischen den Lagern zu konstruktiven Lösungen zu kommen. Lafontaine war nicht die Lösung, die er zu sein glaubte. Er stand ihr im Weg.

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