Der Autofahrer an der Tankstelle hat schon lange sein Urteil gesprochen: E10 wird nicht getankt. Die Mehrzahl der Fahrer fürchtet schlicht um ihre Motoren. Aber manche hatten immer auch ein schlechtes Gewissen, potenzielle Nahrungsmittel in den Tank zu füllen. Ihnen allen gibt jetzt die Leopoldina ohne den Hauch eines Zweifels Recht.
20 Wissenschaftler haben das Thema von allen Seiten abgeklopft und kommen zu dem Schluss, dass Bioenergie in Deutschland wohl auf absehbare Zeit, keinen nennenswerten Beitrag zur Energiewende leisten kann. Schlimmer noch, sie warnen vor den ökologischen und sozialen Folgen, wenn Lebensmittel verheizt werden und Äcker ihre Nährstoffe verlieren.
Die Klarheit der Aussage ist begrüßenswert. Die Nationalakademie Leopoldina soll Politik beraten. Das geht nur, wenn eindeutige Aussagen getroffen werden, auch wenn diese nicht dem politischen Wunschdenken entsprechen. Lobbyisten waren hier nicht am Werke. Dafür bürgt schon die Liste der Institute, die beteiligt waren. Die Politik, Regierung und Opposition, hat hingegen ein weiteres Problem, das sie lösen muss, wenn Energiewende und Klimaschutz gelingen sollen.
Kontakt zum Autor:Sibylle Quenett