Linke: Gefährliches Spiel

03.07.2012 21:59 Uhr | Aktualisiert 03.07.2012 22:20 Uhr
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Markus Decker

Markus Decker (FOTO: MZ)

Markus Decker findet, dass es der Linken nichts nützt, wenn sie ihren neuen Bundesgeschäftsführer ohne Not beschädigt.

Man kann nicht sagen, dass sich in der Linken nichts gebessert hätte seit dem Göttinger Parteitag, der manchen wie eine Schlacht vorkam.

Es gibt keine öffentlichen Auseinandersetzungen und nahezu keine Indiskretionen mehr. Die neuen Parteichefs Katja Kipping und Bernd Riexinger werden leidlich akzeptiert. Thematisch punktet die Linke vor allem mit der Euro-Krise. Hier präsentiert sie sich neben anderen als Klägerin vor dem Bundesverfassungsgericht, mindestens ein Achtungserfolg ist möglich.

Die Debatte um Bundesgeschäftsführer Matthias Höhn hat allerdings potenziell Sprengwirkung. Denn der integre junge Mann ist erst seit sechs Wochen im Amt. Seine zentrale Aufgabe ist die Organisation des Bundestagswahlkampfes. Wer sie Höhn ganz oder teilweise entreißt, der untergräbt jene Autorität, die er sich ja erst erarbeiten muss.

Zudem droht der Flügelstreit abermals hochzukochen. Dabei braucht die Linke genau das nicht. Sie muss vielmehr von ihren gewählten Vertretern geführt werden und sich auch führen lassen. Kipping und Riexinger haben Grund, Höhn die Stange zu halten. Wer ihn beschädigt, beschädigt auch sie.

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