Andreas Montag (FOTO: MZ)
Als Helden will sie Luther nicht verstanden wissen, aber als einen Mann des Wortes und des Verstands. So hat sich Margot Käßmann am Freitag bei ihrer Amtseinführung als Botschafterin für das Reformationsjubiläum im Jahr 2017 in Position gebracht.
Zweifellos wird die große Feier der evangelischen Christen weit über die Lutherstädte Wittenberg und Eisleben hinauswirken. Hier geht es um ein Weltereignis, nicht um ein Stadtfest. Die Bedeutung Luthers liegt zudem nicht allein im Historischen, es wird für Käßmann nun darauf ankommen, die Lebendigkeit der Reformation in der Gegenwart deutlich zu machen. Keine leichte Aufgabe in säkularen Zeiten, da Glaubensdinge oftmals an den Rand der öffentlichen Wahrnehmung geraten.
Käßmann als Botschafterin zu wählen, ist allerdings eine gute Entscheidung gewesen. Vor zwei Jahren auf der Höhe von Macht und Ansehen gestrauchelt, versuchte die damalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland nicht, ihre Alkoholfahrt auf Männerart "auszusitzen", sondern vollzog mit dem Rücktritt von ihren Kirchenämtern einen klaren Schnitt. Das hat ihr viel Respekt verschafft. Und ihren Worten Glaubwürdigkeit.
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