Manager Hildebrandt: Der Fall des Machers

16.07.2012 20:13 Uhr | Aktualisiert 16.07.2012 20:16 Uhr
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Walter Zöller

Walter Zöller (FOTO: MZ)

Walter Zöller beleuchtet die Verurteilung des früheren Handball-Managers Bernd-Uwe Hildebrandt.
Halle (Saale)/MZ. 

Der Zweck heiligt die Mittel. Und wenn es um sportlichen Erfolg geht, dann können die Mittel auch rustikal bis illegal ausfallen. Nach diesem Muster wurde offensichtlich in der Glanzzeit der Handballer des SC Magdeburg verfahren. Hauptakteur war der damalige Vereinsmanager Bernd-Uwe Hildebrandt, der nach langem Leugnen nun gestanden hat, damals Eintrittskarten falsch abgerechnet und Spielergehälter nicht ordnungsgemäß versteuert zu haben.

Dass Hildebrandt damit nicht durchkam - der Zweck also nicht alle Mittel heiligt - ist beruhigend. Die Staatsanwaltschaft hat ausdauernd ermittelt; und das Gericht hat sich auch von Befangenheitsanträgen nicht kopfscheu machen lassen.

Es lohnt sich freilich, über den aktuellen Fall hinaus über jenen Zweck nachzudenken, der Hildebrandt zum Steuerhinterzieher machte: Titel gehen für viele über alles, bundesweite oder gar internationale Bekanntheit können schnell den Blick auf Filz und möglicherweise sogar kriminelle Strukturen trüben. Genau dies hat das System Hildebrandt ermöglicht: Er war der erfolgreiche Macher, der die Sportszene prägte.

Dieses schöne Bild wollte lange niemand beschädigen.

Kontakt zum Autor: Walter Zöller