Mars-Mobil «Curiosity»: Neugier am Kran

06.08.2012 19:13 Uhr | Aktualisiert 06.08.2012 19:15 Uhr
Hans-Ulrich Köhler (FOTO: MZ) 
Hans-Ulrich Köhler ist begeistert von der technischen Perfektion, mit der das Mars-Mobil gelandet ist.
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Da könnten auch die Außerirdischen mal den Hut ziehen. Was für eine Landung auf dem Mars! So viel Perfektion. So viel Glück. So viel Geld. Das war etwas für die Geschichtsbücher der Weltraumforschung. Noch nie ist ein Landeapparat an einer Art fliegenden Kran auf einen anderen Planeten hinabgeschwebt.

Nun darf "Curiosity"- so heißt das Mars-Mobil - seinem Namen alle Ehre machen und neugierig sein - auf Leben. Die Fantasie geht dabei heute niemanden mehr durch. Leben muss nicht zwei Beine haben. Auch Wasser ist Leben. Der neuerliche Traum vom kosmischen Leben ruft aber auch den uralten Reflex der Kritiker ab: Das lohne nicht, dort oben rumzuforschen. Haben wir hier unten nicht genug zu tun?

Ja, das haben wir. Aber kommt der Mensch auf Ewigkeit allein mit seiner Erde und ihren Angeboten aus? Der Mars lohnt. Nicht heute, nicht morgen, überübermorgen. Vielleicht. Natürlich nicht, wenn man das alles durch die kaufmännische Brille der Gegenwart sieht. Aber hätte der Mensch seit der Steinzeit immer nur Kosten-Nutzen-Rechnungen aufgestellt, säße er heute noch im Fell am Feuer. Der Mensch muss immer wieder über die Stränge schlagen. Jetzt eben auf dem Mars.

Kontakt zum Autor:Hans-Ulrich Köhler