Katja Tichomirowa (FOTO: MZ)
Neunundfünfzig Millionen Schweine, 3,6 Millionen Rinder und mehr als 700 Millionen Hühner und Puten wurden 2011 in Deutschland geschlachtet. "Supersize me" ist das Motto der fleischproduzierenden Industrie. Man darf sie sich als unersättliches, alles verschlingendes Etwas vorstellen, das sich unaufhaltsam durch die Landschaft frisst. In nahezu jeder Gemeinde werden neue Flächen für die Schweine- und Geflügelmast erschlossen.
Längst produziert man weit über dem Bedarf der EU, die Schwellenländer fest im Blick. In den letzten zehn Jahren haben sich die deutschen Fleischexporte mehr als verdoppelt.
Dagegen stellt sich hierzulande ein gewisses Völlegefühl ein. Man mag sie nicht mehr hören und sehen, die Berichte über Tierquälereien in Mastbetrieben und Schlachthöfen. Über Massentierhaltung und Grundwasserverseuchung, Dioxine und Antibiotika im Tierfutter.
Die betroffenen Regionen leiden unter der Massentierhaltung. Während das deutsche Kotelett seinen Siegeszug durch Russland oder China antritt, rieselt hier die Gülle über Felder. Dem Bunde fehlt es an Entschlossenheit, die Produzenten an den Folgekosten ihres Treibens zu beteiligen.
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