Nationalmannschaft: EM mit Rucksack

08.06.2012 19:27 Uhr | Aktualisiert 08.06.2012 22:51 Uhr
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Christian Elsaeßer

Christian Elsaeßer (FOTO: MZ)

Christian Elsaeßer hält das deutsche Fußball-Nationalteam für einen EM-Mitfavoriten, sieht die Mannschaft aber unter Druck.

Diese Ansetzung hat etwas. Am Samstag startet das deutsche Fußball-Nationalteam gegen Portugal in die EM. Und zum ersten Mal seit langem gilt eine DFB-Elf vor Turnierstart wieder als einer der großen Favoriten auf den Titelgewinn.

Es mag kurios klingen, aber auf gewisse Weise verdankt der deutsche Fußball diesen Status den Portugiesen. Als die Nationalelf bei der EM 2000 nach einem 0:3 gegen Portugal in der Vorrunde scheiterte, wurde dies zum Startschuss für eine Revolution. Der Verband baute in der Folge sein Nachwuchs-System radikal um und etablierte eines der weltweit besten Ausbildungs- und Fördersysteme.

Die heutige Nationalmannschaft, die vielleicht spielstärkste DFB-Elf aller Zeiten, ist letztlich ein Kind des Debakels von 2000. Der DFB stellt das jüngste Team dieser EM und ist trotzdem Mitfavorit - das sagt viel aus.

Die Kehrseite der Medaille ist, dass aus dieser Qualität Ansprüche erwachsen. Mittelfristig wird dieses Team an Titeln gemessen. Das ist der Rucksack, den die Spieler herumtragen. Und wie schwer der wiegen kann, zeigt - da schließt sich der Kreis - Portugal. Dessen 2000er Team, gepriesen als goldene Generation, schuf Stars wie Luis Figo, blieb aber immer titellos.

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