Der Fall Nadja Drygalla ist schon jetzt ein unrühmliches Stück deutscher Olympia-Geschichte. Die Ruderin ist am Freitag aus London abgereist, weil ihr Lebensgefährte aktiv in der rechten Szene Mecklenburg-Vorpommerns sein soll.
Drygalla ist weg, geblieben aber sind die Fragen. Wie sehr ist sie selbst getrieben von einer fremdenfeindlichen Ideologie? Warum schied sie bereits 2011 mit Verweis auf ihre Kontakte in die rechte Szene aus dem Polizeidienst und der Sportförderung der Polizei aus, konnte aber trotzdem Teil des Olympia-Teams werden?
Vieles ist Mutmaßung. Doch ist es denkbar, dass jemand eine Beziehung zu einem bekennenden Rechtsextremen führen kann, ohne dessen Hass-Ideologie zu teilen? Ebenso erscheint es unerklärlich, dass eine Kader-Athletin aus der Sportförderung ausscheidet und die Gründe am zuständigen und für die Nominierung verantwortlichen Fachverband vorbeigehen.
Nur eines ist unstrittig und darf nie zur Diskussion stehen: Sport ist friedlich und basiert auf Respekt vor dem Gegner. Sport und Fremdenfeindlichkeit sind natürliche Gegensätze. Und deshalb ist jeder Athlet mit rechter Gesinnung untragbar. Erst recht bei Olympia.
Kontakt zum Autor:Christian Elsaeßer