Radarfallen: Fröhlich sein und zahlen

03.08.2012 19:29 Uhr | Aktualisiert 06.08.2012 19:13 Uhr
Kai Gauselmann (FOTO: MZ) 
Kai Gauselmann hält Radarfallen der Kommunen nicht für Abzocke. Bei Park-Knöllchen ist das etwas anders.
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Bei Radarfallen und Starenkästen in den Städten kann man schlecht von Abzocke sprechen. Viele Unfälle gehen auf überhöhte Geschwindigkeit zurück. Es ist völlig legitim, wenn die Kommunen zur Sicherheit ihrer Bürger das Tempo kontrollieren. Das Schild mit dem roten Rand und der schwarzen Ziffer ist keine unverbindliche Tempo-Empfehlung, es ist eine gesetzliche Begrenzung zur Vermeidung von Unfällen. Wer sie übertritt verletzt das Recht, gefährdet möglicherweise andere und muss dafür eben büßen. Man hat die Wahl.

Anders liegt der Fall bei Knöllchen wegen falsch Parkens. Gerade in Halles Innenstadt sind üppige Anwohner-Parkzonen entstanden. Die Anwohner finden nicht unbedingt leichter einen Parkplatz, aber jetzt müssen alle zahlen: Die Anwohner einen Jahresbeitrag, alle anderen pro Stunde - und wer das nicht tut bekommt ein Knöllchen.

Etwas, das vorher gratis war kostet jetzt auf jeden Fall und meist gibt es auch keine Ausweichmöglichkeit. Man hat keine Wahl. Hier geht es auch nicht um Sicherheit, niemandes Leib und Leben sind in Gefahr. Das kann man sehr wohl Abzocke nennen. Im Amtsdeutsch heißt sowas Parkraumbewirtschaftung.

Kontakt zum Autor:Kai Gauselmann