Hartmut Augustin (FOTO: MZ)
Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht ist gerade dabei, sich zu vergaloppieren. Offiziell heißt es, er püfe die Wirtschaftlichkeit einer Reiterstaffel. Tatsächlich will er sie schon jetzt haben, wie der nun geplatzte Werbefeldzug beim Weinfest in Naumburg nahelegt.
Das Land hat erstens ganz andere Aufgaben im Bereich der Polizei zu lösen und kann zweitens sehr gut ohne eine Reiterstaffel auskommen. Der Innenminister sollte vielmehr darlegen, wie die Sicherheit der Bevölkerung bei der zu erwartenden demografischen Entwicklung ermöglicht werden kann. Die Wege für Polizisten von der Wache bis zum Einsatzort werden immer länger, wenn beim Personal weiter gespart wird. Da helfen Polizisten zu Pferd überhaupt nicht.
Ja, bei großen Demonstrationen oder Fußballspielen mit zehntausenden Fans kann es tatsächlich sinnvoll sein, berittene Beamte einzusetzen. Denn die Pferde nötigen selbst potentiellen Straftätern und gewaltbereiten Hooligans Respekt ab.
Aber, Herr Minister, mit Verlaub, noch spielt der Hallesche Fußballklub nicht in der 1. Bundesliga und der 1. Mai wird hier nicht wie in Berlin-Kreuzberg begangen.
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