Der Solarmodul-Hersteller Sovello taumelt am Abgrund. Zweieinhalb Monate nach der Insolvenz steht kein überzeugender Investor bereit und nun stellt das Land Sachsen-Anhalt seine Hilfsbemühungen ein. Die Geschäftsführung ist offenbar überfordert, die Firma und hunderte Arbeitsplätze zu erhalten.
Sovello beantragte Mitte Mai eine sogenannte Insolvenz in Eigenverwaltung. Firmenchef Reiner Beutel hielt damit das Ruder weiter in der Hand. Er kennt das Unternehmen und die Solar-Branche sehr gut. Doch offenbar fehlen ihm die guten Kontakte zu potenziellen Investoren. Ein starker Insolvenzverwalter mit einer großen Kanzlei im Rücken könnte dem Unternehmen da vielleicht mehr helfen. Dieser verfügt über mehr Erfahrungen und Netzwerke.
Es ist richtig, dass die Landesregierung Sovello kein frisches Geld gibt, wenn ein tragfähiges Sanierungskonzept fehlt. Doch als einer der größten Gläubiger zieht das Land reichlich spät die Notbremse. Es stellt sich die Frage, warum das Wirtschaftsministerium nicht eher reagiert hat. Die Konzepte wurden nicht erst am Montag erarbeitet. Mit jedem Tag der verstreicht, wird eine Rettung des Unternehmens schwerer.
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