Sportpolitik: Vertrauen fehlt

24.04.2012 21:47 Uhr | Aktualisiert 24.04.2012 21:55 Uhr
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Christian Elsaeßer

Christian Elsaeßer (FOTO: MZ)

Christian Elsaeßer sieht im Vorgehen von Innenminister Stahlknecht eine Ohrfeige für die Führung des Landessportbundes.

Es ist ein sportpolitischer Paukenschlag: Innenminister Holger Stahlknecht erteilt dem Landessportbund eine klare Absage, künftig wieder selbst über die Mittel für die Sportförderung in Sachsen-Anhalt entscheiden zu können.

Zugegeben: Für die Sportstrukturen des Landes sind die Folgen überschaubar, letztlich bleibt ja nur die bereits geltende Praxis erhalten. Die eigentlich spannende Frage aber ist, welchen Anlass Stahlknecht hat, die Gräben zwischen Sport und Politik erneut so tief aufzureißen.

Klare Begründungen fehlen, doch lässt sich zwischen den Zeilen herauslesen, dass die Politik unverändert an der Integrität und Objektivität des Landessportbundes zweifelt. Selbst wer die Mittel künftig ausreichen soll, ist noch offen.

Im Grunde spricht all das eine klare Sprache. Das Vorgehen des Innenministers lässt erahnen, dass zwischen Politik und LSB nach wie ein großes Vertrauensdefizit herrscht. Ob das in der Sache gerechtfertigt ist, sei dahingestellt, eine Ohrfeige für den Landessportbund aber ist es allemal. Neben der juristischen Aufarbeitung des Skandals war die Vertrauensgewinnung die wichtigste Aufgabe für die LSB-Führung. Dieses Ziel ist offenbar verfehlt.

Kontakt zum Autor:Christian Elsaeßer