Christian Eger (FOTO: MZ)
Die Stiftung Moritzburg in Halle verliert, so wie es aussieht, ihre rechtliche und geschäftliche Autonomie. Allein die Hoheit über Kunst- und Programmarbeit soll in Halle bleiben. Alles andere regelt wohl schon bald die Stiftung Dome und Schlösser. Man muss das wohl sachlich optimistisch nehmen, einerseits. Aber man kann es auch als einen Verlust an Autorität und Kompetenz begreifen, der es ja auch ist.
Dass es so weit kommen musste, hat viele Ursachen. Die sind nicht allein in der Moritzburg zu finden. Die steht beispielhaft für einen Notstand, der sich der Gründungswelle von öffentlich-rechtlichen Stiftungen im Land verdankt, von denen allein von 1992 und 2006 insgesamt 20 aus der Taufe gehoben worden sind! Besser: aus der Nottaufe.
Die meisten Stiftungen wurden nur unbedacht aus der öffentlichen Verwaltung herausgelöst, blieben unterfinanziert, wurden mit Zusatzaufgaben überfrachtet. Im Fall der Moritzburg kam der große Umbau hinzu, der die Verwaltung in die Grätsche zwang und den historischen Bau beschädigte. Immer war die Politik im Bilde. Die Öffentlichkeit nicht. Hier ist viel zu korrigieren. Nur geschieht das in Halle auf Kosten des einst so bürgerstolzen Kunstmuseums.
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