Ukraine: Ein Gewinn

29.04.2012 19:29 Uhr | Aktualisiert 29.04.2012 19:53 Uhr
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Sibylle Quenett

Sibylle Quenett (FOTO: MZ)

Sibylle Quenett begrüßt, dass die Entscheidung von Bundespräsident Gauck, die Ukraine nicht zu besuchen, Folgen hat.
Halle (Saale)/MZ. 

Nein, noch hat sich das Regime in der Ukraine nicht bewegt. Julia Timoschenko, die inhaftierte frühere Ministerpräsidentin, sitzt weiter in Haft und hofft vergeblich auf eine ärztliche Behandlung außerhalb der Ukraine. Aber die Entscheidung von Bundespräsident Joachim Gauck, aus eben diesem Grunde die Ukraine nicht zu besuchen, hat das Scheinwerferlicht auf die politischen Missstände in dem Land gelenkt. Ein Land, das zusammen mit Polen in wenigen Wochen die Fußball-Europameisterschaft ausrichten wird.

Nach der Diskussion über einen möglichen politischen Boykott oder die Verlegung einzelner Spiele ist zumindest damit zu rechnen, dass deutsche Politiker nicht in Scharen auf den Ehrentribünen ukrainischer Stadien sitzen werden. Gut so - diese Anerkennung hat Präsident Janukowitsch nicht verdient.

Gauck hat bewiesen, dass er sein Amt mit der moralischen Autorität ausübt, die viele von ihm erhofft hatten. Und er hat etwas bewirkt. Die Mannschaften sollen ihren Wettstreit in der Ukraine austragen. Aber die Beobachter werden genau hinschauen, was sich auch außerhalb der Stadien abspielt. Das ist ein Gewinn - für Europa und die Ukraine.

Kontakt zur Autorin: Sibylle Quenett