Weltuntergang: Gruseliger Feierabend

30.03.2012 21:29 Uhr | Aktualisiert 30.03.2012 21:44 Uhr
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Andreas Montag

Andreas Montag (FOTO: MZ)

Andreas Montag denkt, dass Prophezeiungen des Weltuntergangs vor allem unserem Unterhaltungsbedürfnis dienen.

Szenarien vom Weltuntergang sind populär. Haben sich unsere Vorfahren in weniger aufgeklärten Zeiten noch existenziell erschreckt, ist uns eine Prophezeiung des bevorstehenden irdischen Feierabends immerhin noch einen angenehmen Grusel wert.

In diese Kategorie scheint auch die öffentliche Erregung um die düsteren Aussichten zu gehören, die der legendäre Maya-Kalender angeblich für den kommenden Dezember nahelegt. Und die, wie man hört, doch weniger konkret als allgemein angenommen sind. Gottlob. Dass sich die finale Katastrophe, an der die Menschheit ja tatsächlich seit langer Zeit bastelt, irgendwann einstellen könnte, wird im Übrigen lieber verdrängt: Wer kümmert sich schon wirklich um die Frage, woher das Wasser für künftige Generationen kommen soll, solange es zu Hause noch munter aus der Leitung sprudelt?

Da ist eine Gruselgeschichte doch entschieden angenehmer. Denken wir nur an die Lust vieler Menschen, Kriminalfilme zu sehen. Und jeder von ihnen wünscht sich zugleich nichts mehr, als niemals Opfer einer Straftat zu werden. So ist es mit dem Schauder vor dem Weltuntergang auch: Er dient der Unterhaltung.

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