"Da gehört doch nicht viel dazu", winkt Thomas Patzer ab. "Ich war bei der Armee bei den Pionieren, und die Elbe war damals meine Heimat. Heute ist es der Geiseltalsee." Der Inhaber eines Grünbau-Service und künftige Betreiber des Campingplatzes in Stöbnitz zeigt am Donnerstagvormittag sein Talent als Bojenkettenbauer. Schließlich muss rechtzeitig zur Teilfreigabe des Gewässers eine sichtbare Grenze zum noch nicht nutzbaren Seebereich gezogen sein. Diese Aufgabe hat er übernommen.
30 Stück gelbe Markierungsbojen sind extra aus Holland geliefert worden. "Nur noch dort waren sie auf den letzten Drücker erhältlich", erzählt Thomas Patzer. Seit vor rund einer Woche die Stadt Mücheln erfuhr, welche Aufgaben sie vor dem am Sonnabend geplanten Anbaden noch zu erfüllen hat, ist er im Dauerstress. Es gilt noch, provisorisch Container zum Umkleiden und Toilettencontainer aufzustellen. Fahnenmasten müssen errichtet werden, damit die Badegäste anhand der Beflaggung wissen, wann sie ins Wasser dürfen und wann nicht. Und dann sind eben Bojenketten als Abgrenzung auch für den Strandbereich nötig.
So nimmt sich Thomas Patzer die Teile nacheinander vor, füllt sie mit Luft, befestigt sie an Seilen, die wiederum aus Bayern herbeigeschafft wurden, und wird die Bojen auch höchstselbst aufs Wasser bringen, wo sie dank daran befestigter Gewichte hoffentlich in ihrer Position bleiben. Natürlich kann er dem Laien auch sofort erklären, dass man nicht irgendeine Bojenfarbe dafür verwenden darf. "Rot ist zum Beispiel das Zeichen für Backbord und grün das für Steuerbord", ist zu erfahren.
Derweil macht ein Mähboot zwischen der Marina Mücheln und dem Bootsanleger des Interessen- und Fördervereins "Geiseltalsee" den Algen den Garaus, damit beim Schwimmen nichts an den Beinen kitzelt. Schließlich sollen alle Wasserratten ungetrübten Badespaß genießen können. "Wir sind mittendrin in den Vorbereitungen", sagt Müchelns Bürgermeister Andreas Marggraf (parteilos), um gleich hinzuzufügen: "Bestimmte Sachen schaffen wir bis Samstag nicht." So sei eine Firma beauftragt, am Steg an der Marina für Elektroanschlüsse zu sorgen. Das passiere voraussichtlich kommende Woche. Auf Wasseranschluss müssten die Bootsbesitzer wahrscheinlich bis 2013 warten, ebenso auf die Stegbeleuchtung. "Die Leute dürfen nicht zu viel erwarten", bittet das Stadtoberhaupt um Verständnis. Vieles sei provisorisch, werde natürlich noch verbessert wie etwa die Wege zum Strand oder der dort noch fehlende Sand.