Ohne Umbau helfen nur Rettungshubschrauber - meint Heinz-Joachim Becker. (FOTO: MZ)
Hoffnungsschimmer für das Basedow-Klinikum: Die langen Umwege für die Rettungsfahrzeuge könnten künftig wegfallen. Denn auf den Vorstoß von Oberbürgermeister Jens Bühlingen (CDU), den Gerichtsrain endlich so umzugestalten, dass wieder eine direkte Verbindung zum Klinikum für alle Fahrzeuge entsteht, hat nun die Deutsche Bahn reagiert.
Regionalsprecher Jörg Bönisch spricht von der "Bereitschaft zur Mitwirkung an dem gewünschten Umbau der Eisenbahnüberführung Gerichtsrain". Allerdings bedeutet dies nicht automatisch grünes Licht für den Baustart an dieser seit Jahrzehnten fast gekappten Verkehrsader. Zu viele Fragen sind noch offen.
Stadt muss Teil der Kosten tragen
Der Gerichtsrain kreuzt vor dem Klinikgelände die Bahnlinie. Seit in den 50er Jahren die Schranke am Bahnübergang geschlossen wurde, gibt es nur noch eine Gleis-Querung: die einspurige Bahnunterführung. DDR-Krankenwagen der Marke Barkas passten da gerade noch durch. Doch für moderne Rettungsfahrzeuge ist die Unterführung viel zu niedrig.
Der Umbau des Nadelöhrs war bereits bei der Planung für das neue Klinikum in den 90er Jahren gefordert, aber nie umgesetzt worden. Dieser akute Missstand, den auch die Klinikumsleitung heftig kritisiert, soll beseitigt werden.
Bühlingen favorisiert den zweispurigen Ausbau des Gerichtsrains, eine Erneuerung der Bahnbrücke mit vergrößerter Durchfahrtshöhe und den Wegfall der Verschwenkung der Fahrbahn. Bahn-Sprecher Bönisch verweist jedoch darauf, dass die Bahn laut Finanzierungsrichtlinie des Bundes nur die Mittel für die Erhaltung des Status quo bereitstellen darf.
"Die Zusatzkosten für eine Erweiterung der Unterführung müsste die Stadt aufbringen oder über Fördermittel abdecken." All das müsse in einer Kreuzungsvereinbarung festgeschrieben werden. Da diese Bahnbrücke auch nicht im Bauprojekt Bahnknoten Merseburg enthalten sei, wäre dies zudem ein eigenständiges Projekt.
Absage an Öffnung der Schranke
Der Idee des OB, notfalls die alte Schranke wieder zu öffnen, erteilt Bönisch dagegen eine klare Absage. Dort gebe es gar keine öffentlich gewidmete Straße mehr. Die Bahnübergangsplatten in den Gleisen seien längst ausgebaut. "Und mit dem Umbau des Bahnhofs verschwinden auch die Restanlagen."
Zudem wäre eine Schranke wegen der Zugdichte mehr geschlossen als offen. Auf jeden Fall müsse die Stadt deutlich machen, dass sie dort Veränderungen will und diese dringend nötig sind, so Bönisch.
Das will auch der OB. Er hofft auf breite Zustimmung im Stadtrat, der möglichst im September über eine entsprechende Vorlage abstimmen soll. Der stellvertretende Klinikums-Chef Volker Helming will eine schnelle Lösung: "Schließlich geht es um das Wohl der Patienten." Bei den vielen Notfällen zähle jede Sekunde. "Die langen Umwege können da über Leben und Tod entscheiden."