Landgericht Halle (FOTO: JAN MÖBIUS)
Während der heute 28-Jährige die Tat bestreitet, verweigerte das vermeintliche Opfer die Aussage. Das Gericht sah keine andere Wahl, als den Mann freizusprechen.
"Ob es zu dem Missbrauch gekommen ist oder nicht, können wir angesichts der Umstände nicht aufklären", sagte Wolfgang Ehm, Vorsitzender Richter und Gerichtssprecher, der MZ. Die Taten sollen sich rund um den Jahreswechsel 2009 / 2010 in einem Mobilfunkgeschäft in Merseburg zugetragen haben. Hier hatte sich die heute 15-Jährige mehrfach mit anderen Mädchen aufgehalten. Dort arbeitete der Angeklagte als Angestellter.
In einem Hinterzimmer soll sich der Naumburger insgesamt acht Mal an dem Mädchen vergangen haben. Als sich die Schülerin später einer Psychologin und danach der Mutter anvertraute, erstattete die Familie im August 2010 Anzeige. Das Kind besucht eine Schule für Lernbehinderte, Fachleute sprechen von einer verminderten Intelligenz. Die Staatsanwaltschaft ließ daraufhin ein Gutachten über die Glaubwürdigkeit des Kindes anfertigen. Experten halten das Mädchen für glaubwürdig, und so kam es jetzt zum Prozess.
Allerdings brachten Zeugenaussagen zu Beginn der Verhandlung keinen Aufschluss. Der Geschäftsinhaber gab an, von der Sache nichts mitbekommen zu haben - er habe sich um seine anderen Läden gekümmert, sei nur selten in Merseburg. Dass junge Leute regelmäßig das Geschäft aufsuchen, sei gewollt und Teil der Kundenstrategie. Andere Mädchen, die seinerzeit mit im Laden waren, hatten nichts gesehen. Allerdings berichteten sie vor Gericht, dass die jetzt 15-Jährige in den Beschuldigten verliebt gewesen sein soll.
Doch das Mädchen schwieg. Auf Angebote, per Video auszusagen, ging sie nicht ein. Laut Gericht befindet sich die Merseburgerin in psychologischer Behandlung.