Merseburg: Bahn muss das Nadelöhr beseitigen

06.07.2012 18:51 Uhr | Aktualisiert 06.07.2012 21:34 Uhr
Drucken per Mail
So könnte eine zweispurige Straße unter dem...

So könnte eine zweispurige Straße unter dem Bahndamm hindurch aussehen. ENTWURF: INGENIEURBÜRO WEIß/SCHELLENBERG (FOTO: MZ)

Von UNDINE FREYBERG
Merseburgs Stadtoberhaupt Jens Bühligen fordert Schrankenöffnung, damit es einen direkten Weg zum Klinikum gibt. Es dürfe nicht sein, dass ein so hochmodernes Klinikum nur über Umwege zu erreichen ist.
MERSEBURG/MZ. 

"Ich sehe keine andere Möglichkeit mehr. Deshalb werde ich einen Antrag stellen, dass die Schranke am Bahndamm, die in den fünfziger Jahren zugemacht wurde, wieder geöffnet wird", sagte Merseburgs Oberbürgermeister Jens Bühligen (CDU) der MZ. Es dürfe nicht sein, dass ein so hochmodernes Klinikum wie das der Kreisstadt, in das rund 160 Millionen Euro investiert worden seien, nur über Umwege zu erreichen ist. "Unsere Stadt braucht einen direkten Weg durch den Gerichtsrain zum Klinikum, deshalb muss die Bahn hier die Weichen in die richtige Richtung stellen."

Im Augenblick können lediglich Pkw das Klinikum durch die einspurige Bahnunterführung im Gerichtsrain erreichen. Für Rettungsfahrzeuge gilt nach wie vor, dass sie einen großen Bogen fahren müssen. Der Grund: die Höhe der Fahrzeuge von knapp unter drei Metern. Damit besteht keine Chance auf ein Durchkommen an diesem Nadelöhr. "Was vor rund 100 Jahren, als diese Bahnbrücke gebaut wurde, gut war, reicht jetzt schon lange nicht mehr", so Bühligen. "Wir haben viel mehr Verkehr in unserer Stadt, so dass wir an dieser Stelle eine zweispurige Lösung brauchen."

Anfang des Jahres war über ein Bauprojekt gesprochen worden, bei dem der Teil des Gerichtsrains, der zum Klinikum führt, grundhaft ausgebaut werden sollte. Außerdem sollte die Straße an der Stelle zweispurig, die Bahnbrücke erneuert und die Durchfahrtshöhe vergrößert werden (Kosten: mindestens drei Millionen Euro). Verkehrsminister Thomas Webel (CDU), der das Okay für nötige Landesmittel geben müsste, zeigte sich damals nicht abgeneigt. "Allerdings stellt sich die Bahn derzeit quer", sagte Bühligen der MZ. "Dabei wäre jetzt genau der richtige Zeitpunkt, dieses Projekt anzugehen. Die Bahn baut ja schließlich auch in den nächsten Jahren noch in und um Merseburg." Sollte der Tunnel nicht kommen, wäre eine Alternative die Öffnung der Schranke, die dann mit einer Ampelanlage zu sichern wäre. "Wenn auch das nicht geht, könnte man nur noch eine Brücke über die Bahnstrecke bauen", so Bühligen. "Wir haben bereits alle drei Varianten geprüft und alle drei sind machbar."