Merseburg: Beratung statt Vergiftung zur Pilzsaison

22.07.2012 19:03 Uhr | Aktualisiert 22.07.2012 19:10 Uhr
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Pilzsammler unterwegs

Ein Pilzkorb mit Steinpilzen, Maronen und Pfifferlingen. Die feuchtwarme Witterung lässt in den Wäldern Pilze früher als sonst wachsen. (FOTO: DPA)

Durch die vielen Niederschläge der vergangenen Wochen sind bereits jetzt Pilzsammler in den Wäldern und auf Wiesen unterwegs. Pilzberater stehen ihnen zur Seite.
Merseburg/MZ/TIK. 

Durch die vielen Niederschläge der vergangenen Wochen sind bereits jetzt Pilzsammler in den Wäldern und auf Wiesen unterwegs. "Es gibt bereits Steinpilze, Pfifferlinge oder Hexenröhrlinge. Auch Champignons sind zu finden, danach muss man allerdings wirklich suchen", so Gisela Jäger aus Bucha.

Sie ist eine von insgesamt 13 Pilzsachverständigen des Saalekreises und betreut auch die zentrale Anlaufstelle für Pilzfreunde am Hermannseck des Ziegelrodaer Forstes. Jäger kann auch von Stockschwämmchen, Täublingen, Trichterlingen und Perlpilzen berichten, "man muss sie halt kennen", sagt die Pilzberaterin ganz pragmatisch. Wer sich beim Sammeln nicht ganz sicher ist, welche der dutzenden verschiedenen Arten essbar ist, sollte zum einen einen guten Pilzführer zu Rate ziehen und zum anderen die Sachverständigen befragen. Die geben ehrenamtlich Tipps, klären auf und helfen bei der Bestimmung. Die Tücke liegt dabei im Detail. Viele essbare Sorten können sehr leicht mit unverträglichen oder sogar giftigen Exemplaren verwechselt werden.

"Es ist nicht ganz ungewöhnlich, dass jetzt schon die Pilze sprießen", so Gisela Jäger. Sie kennt "ihre" Stellen und verrät sie verständlicherweise nicht jedem. "In einigen Regionen gibt es jetzt sogar schon Maronen", verrät sie aber. Die Wanderschuhe anzuziehen und mit einem Korb in die Wälder zu ziehen, kann sich also durchaus lohnen. Neben abgelegeneren Gegenden wie der "Alten Göhle" zwischen Freyburg und Mücheln kann Pilzberater Helmut Mädel auch stadtnahe Gebiete empfehlen. "Im Merseburger Südpark wächst auch einiges, vor allem im Frühherbst ist dort viel zu holen", weiß der Merseburger. Bei ihm sei in diesem Jahr zwar noch niemand zur Beratung gekommen, "das kommt aber noch", ist sich Mädel sicher. Zur Hauptsaison kämen im Schnitt zwei Ratsuchende pro Tag.

Dabei kann die Hauptsaison sehr plötzlich beginnen. Bei ausreichender Feuchte und genügend Wärme brauchen viele der Fruchtkörper nur einige Stunden zum Wachsen. Indes warnt das Gesundheitsamt des Saalekreises vor voreiligem Handeln: Wilde Tiere fräßen beispielsweise auch giftige Exemplare an. Davon solle man sich keinesfalls verleiten lassen, diese ebenfalls zu probieren.

Doch in Sachen der oft befürchteten hohen Konzentration von Radionukliden in Pilzen kann das Gesundheitsamt entwarnen. Die letzte Untersuchung aus dem Jahr 2010 an Maronenröhrlingen, die als Indikator dienen, habe nur im äußersten Norden des Landes erhöhte Werte festgestellt.

Ansprechpartner für Auskünfte zu Pilzberatern ist Frau König im Gesundheitsamt des Saalekreises. Sie ist unter: 03461 / 40 17 05 erreichbar.