Merseburg: Der Letzte wird der Erste sein

18.05.2012 18:23 Uhr | Aktualisiert 18.05.2012 18:39 Uhr
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Ein Brettspiel

Die roten Felder gilt es zu umgehen, sonst ist man als erster am Dom - und hat verloren. (FOTO: MARCO JUNGHANS)

Von Tilo Krippendorf
Der Merseburger Altstadtverein hat ein Würfelspiel entwickelt, das dem Stadtplan der Stadt nachempfunden ist. Ab sofort ist es zu kaufen.
MERSEBURG/MZ. 

Langsamkeit siegt, zumindest beim neuen Merseburg-Spiel, dass sich der Altstadtverein ausgedacht hat. Im A3-Format kommt der bunte Spielplan daher, darauf sieht man altbekannte Straßen und Sehenswürdigkeiten.

Das Ziel des Würfelspiels ist, vom Entenplan zum Dom zu gelangen. Das klingt nicht schwierig, immerhin sind beide Orte in der Realität nicht weit entfernt. Auch auf dem Spielplan liegen sie direkt nebeneinander. "Wir haben uns an den echten Stadtführungen orientiert," so der Vorsitzende des Altstadtvereins Horst Fischer. Und wie bei einer Stadtführung soll sich der Besucher auf dem laminierten Spielplan möglichst viel Zeit lassen. "Wir haben das Konzept anderer Spiele einfach umgekehrt", so Fischer., der sich immer ärgert, wenn sich seine eigene Enkelin nicht in ihrer Heimatstadt auskennt.

Das ist auch ein Grund, warum die einzelnen Spielfelder den wahren Straßenverläufen nachempfunden sind. Die Spieler sollen auch etwas lernen. Wenn man Pech hat, kommt man mit der Spielfigur auf ein rotes Feld. Dann heißt es eine Abkürzung nehmen. Doch was bei einer echten Stadtführung aufgrund schmerzender Füße vielleicht verlockend klingen mag, ist im Spiel nicht gut, denn wer zuerst am Dom ankommt, hat verloren.

Im Gegenzug gibt es aber auch grüne Felder. Hier erfährt der Spieler interessante Fakten und bekommt eine Belohnung. Beispielsweise am Skulpturenpark: "Hier kannst die die Wildwasserkanuten beobachten. Setze einmal aus." Glück gehabt - die Tour durch die Domstadt dauert etwas länger.

Um Kosten zu sparen, gibt es keinen teuren Karton, keine Spielfiguren und keinen Würfel. Auf der Rückseite des Spielplans ist auch gleich die kurze Anleitung aufgedruckt. "Als Spielsteine kann man alles Mögliche nehmen und einen Würfel hat auch jeder zu Hause", so Angela Biemann. Sie ist Mitglied im Altstadtverein, Stadtführerin und Lehrerin. "Der Weg der Spielfiguren entspricht ziemlich genau dem einer Stadtführung", weiß Biemann. Mit den Hortkindern der Rosental-Grundschule hat sie öfter die verschiedenen Entwicklungsschritte des Spiels getestet. Diese sind nun begeistert von Endergebnis und bekamen wie alle Kindereinrichtungen der Stadt ein Exemplar geschenkt.