Geschäftsführer Lothar Peruth (links) und Facharzt Christian Fleischhammer (Mitte) nahmen mit Mitarbeitern den Preis entgegen. (FOTO: PRIVAT)
Das Thema Organspende gehört zu den sensibelsten in der deutschen Medizin. Deshalb engagiert sich das Carl-von-Basedow-Klinikum in Merseburg seit Jahren in der Aufklärung. "Wir wollen den Menschen die Angst nehmen und ihnen aufzeigen, wie die medizinischen und rechtlichen Voraussetzungen sind", sagt Dr. Christian Fleischhammer, Beauftragter für Organspenden im Klinikum. Für diese Arbeit ist das Krankenhaus am Sonnabend in Dresden von der Deutschen Stiftung Organtransplantation geehrt worden - als einziges aus Sachsen-Anhalt. Auszeichnungen erhielten zudem Kliniken aus Sachsen und Thüringen.
"Organspende und Organtransplantation sind aus der modernen Medizin nicht wegzudenken. Zahlreichen Patienten, für die es keine andere Hoffnung auf Heilung mehr gibt, könnte durch eine Organtranplantation geholfen werden", erklärt Norbert Bischoff (SPD), Sachsen-Anhalts Minister für Arbeit und Soziales. Doch die Vorbehalte in weiten Teilen der Bevölkerung sind groß - trotz aller Kampagnen. "Viele Menschen fürchten, dass sie missbraucht werden könnten", weiß Christian Fleischhammer. Die Sorgen seien unbegründet. "Was man darf und was nicht, wird in Deutschland über ein Organspendegesetz eindeutig geregelt", erzählt er. So müssten sich potentielle Organspender vorher für eine Organentnahme aussprechen. Eine Entnahme wiederum sei nur dann möglich, wenn der Hirntod eines Menschen feststehe. Diese Diagnose müssen mehrere Ärzte unabhängig voneinander treffen. Zu einer Organentnahme komme wiederum ein Ärzteteam aus anderen Einrichtungen.
In den vergangenen zwei Jahren gab es im Carl-von-Basedow-Klinikum fünf Fälle, bei denen eine Organentnahme möglich gewesen wäre. Aber nur bei drei Patienten habe man letztlich auch einen Eingriff vorgenommen. "Der Preis der Stiftung hat damit aber nichts zu tun. Es geht hier nicht um Quantität", betont Fleischhammer.
Vielmehr sei entscheidend, wie ein Krankenhaus mit der Problematik umgehe. So hatte das Merseburger Klinikum die Organspenden immer wieder auch in seinen Sonntagsvorlesungen behandelt. Und man werde sich weiter dem Thema annehmen, versichert der Arzt. Um Vorbehalte abzubauen.