Die TU 134 und eine IL 14 spielen bei der Katastrophenübung am Samstag im Airpark die Hauptrollen. Sie dienen als Kulissen für einen inszenierten Flugzeugabsturz. (FOTO: PETER WÖLK)
Der Rasen ist frisch gemäht. Jürgen Klöß führt eine Besuchergruppe über das Gelände des Luftfahrt- und Technikmuseums in Merseburg. "Am Sonnabend wird es hier anders aussehen", sagt der 1. Vorsitzende des Museumsvereins. "Eine Katastrophenübung hatten wir hier noch nicht, und dann gleich so ein Horror-Szenario." Obwohl der Verein nicht in den Test des Saalekreises einbezogen ist, hat Klöß dennoch alle Vereinsmitglieder zusammengetrommelt. Denn der Airpark hat ab 9 Uhr regulär für Gäste geöffnet. Und Katastrophentouristen sind im Museum erwünscht, weil sie Geld in die leere Kasse spülen.
Dass sich der Landkreis für den Großeinsatz, an dem zwischen 8 und 15 Uhr 730 Rettungskräfte und Polizisten sowie 100 Statisten beteiligt sind, das Luftfahrtmuseum ausgesucht hat, kommt nicht von ungefähr. Simuliert wird der Absturz von zwei Flugzeugen, die zuvor im Himmel über Merseburg zusammengekracht sind: einer Boing 737 und einer Fokker 100. Weil Maschinen dieses Typs ohne erheblichen Aufwand nicht aufzutreiben sind, greift der Katastrophenstab auf die Ausstellungsstücke im Airpark zurück. Eine TU 134 und eine IL 14 müssen reichen. Ausgestaltet wird das Unglück mit Spezialeffekten und geschminkten Opfern.
Um die Übung möglichst realistisch wirken zu lassen, werden in den frühen Morgenstunden des Samstags mehrere Straßenzüge rund um das 60 000 Quadratmeter große Museumsgelände gesperrt. Behinderungen kann es auch auf der Landstraße 172 und der Bundesstraße 91 geben. Eine Hundertschaft der Polizei ist ebenfalls im Einsatz. Wie kommen Neugierige aber in den Luftfahrt- und Technikpark? "Zu Fuß, denn für Autos sind die Straßen zu", sagt Kerstin Küpperbusch, Sprecherin des Kreises.
"Ich bin gespannt, ob das funktioniert", meint Vereins-Chef Klöß. Mit Trümmerteilen kann er schon heute dienen. So gehören die Wrackteile einer Yak 52 zum Fundus des Museums. Aus 500 Metern soll das kleine Passagierflugzeug abgestürzt sein. Wann und wo, weiß auf die Schnelle allerdings keiner. Dafür berichten Vereinsmitglieder von einem Absturz einer russischen MIG 29 Mitte der 1980er Jahre bei Knapendorf. Die Sowjets hatten bis 1992 ein komplettes Jagdfliegerregiment mit 100 Maschinen in Merseburg stationiert. "Alles konnten die nicht geheim halten", sagt Klöß.
So geht es auch dem Kreis. Die Retter wissen zwar Bescheid, über 60 ausgetüftelte Überraschungen soll es während der Übung dennoch geben.