Hinweis auf eine Polizeikontrolle am Straßenrand. (FOTO: DPA)
Mit Großkontrollen soll ein Zeichen für mehr Verkehrssicherheit gesetzt werden. Am Donnerstag zeigt die Polizei im Saalekreis deutlich Präsenz. Unterstützt wird das Revier von Beamten des Zentralen Einsatzdienstes aus Halle sowie Kollegen der Autobahnpolizei Weißenfels. MZ-Redakteur Dirk Skrzypczak hat darüber mit Jürgen Lingel, Leiter des Verkehrsdienstes im Saalekreis, gesprochen.
Ist nur eine Großkontrolle nicht ein Tropfen auf dem heißen Stein?
Lingel: Das Land gibt eine neue Strategie vor, und wir haben für unseren Bereich ein Konzept erarbeitet. Eine komplexe Kontrolle wie jetzt am Donnerstag soll in regelmäßigen Abständen in unsere tägliche Arbeit eingebunden werden. Wer regelmäßig mit dem Auto unterwegs ist, hat ja längst mitbekommen, dass wir im Rahmen unserer Möglichkeiten permanent den Straßenverkehr kontrollieren.
Auf was müssen sich Verkehrsteilnehmer am Donnerstag einstellen? Lauert hinter jedem Busch ein Polizist?
Lingel: Wir werden die genaue Strategie für unsere Großkontrolle natürlich nicht verraten. Ich kann aber sagen, dass die Autobahnpolizei an den vorgesehenen Messpunkten Spezialtechnik wie eine Lichtschranke einsetzen wird. Eine Kontrollgruppe wird an einer Bundesstraße gezielt Lkw unter die Lupe nehmen. Auf der Autobahn soll die Einhaltung des Sicherheitsabstandes überwacht werden. Insgesamt werden 40 Beamte in die Kontrolle eingebunden sein. Ganz wichtig ist, dass wir nichts heimlich machen. Wir sind an einer öffentlichkeitswirksamen Berichterstattung interessiert, denn wir wollen die Menschen sensibilisieren.
Das gelingt aber nicht überall. Unbelehrbare wird es immer geben.
Lingel: Auch Prävention hat seine Grenzen. Gegen Leichtsinn und Rücksichtslosigkeit helfen keine Kontrollen. Allerdings müssen wir auch sagen, dass uns als Saalekreisrevier personell wie finanziell für die Verkehrsüberwachung Grenzen gesetzt sind.
Was können Sie denn außerhalb der Straßen noch tun?
Lingel: Wir reden mit Schülern, zeigen Ausstellungen wie die Straßenkreuze und suchen über Kontaktbeamte auch das Gespräch mit älteren Verkehrsteilnehmern. Am 7. Juli beispielsweise gehören wir mit der Verkehrswacht, der Dekra und der Feuerwehr zu den Initiatoren des Verkehrssicherheitstages im Merse-Center. Was in den Köpfen der Menschen vorgeht, wenn sie sich ans Steuer setzen, steht auf einem anderen Blatt.
Der vergangene Donnerstag war mit zwei Verkehrstoten ein schwarzer für den Saalekreis. Haben Sie neue Erkenntnisse zu dem Unfall in Wallendorf, bei dem eine Frau starb?
Lingel: Wir haben Hinweise erhalten, dass ein dunkler Opel Astra in den Unfall verwickelt sein könnte. Ob er aber tatsächlich einen anderen Opel so ausgebremst hat, dass der Fahrer die Kontrolle verlor und in den Gegenverkehr geriet, lässt sich heute aber noch nicht sagen. Was wir benötigen, sind weitere Hinweise, am besten wäre ein Kennzeichen. Die Dekra hat den Unfallhergang untersucht. Das Ergebnis steht noch aus.
Hinweise zum Unfall in Wallendorf nimmt die Polizei unter der Rufnummer 03461 / 44 62 91 entgegen.