Merseburg: Radfahrer auf den Gehweg

07.05.2012 19:45 Uhr | Aktualisiert 07.05.2012 19:52 Uhr
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Bauarbeiten

Vor dem Klinikum wird derzeit der neue Entwässerungskanal gebaut. (FOTO: PETER WÖLK)

Von Dirk Skrzypczak
Im Straßenzug von der Weißen Mauer bis zur Hölle wird es wohl auch nach den millionenschweren Investitionen in die Neugestaltung der Verkehrsanlagen keinen separaten Radweg geben. Dennoch sollen Radfahrer künftig auch offiziell die Fußwege in diesem Bereich nutzen dürfen.
Merseburg/MZ. 

Im Straßenzug von der Weißen Mauer bis zur Hölle wird es wohl auch nach den millionenschweren Investitionen in die Neugestaltung der Verkehrsanlagen keinen separaten Radweg geben. Dennoch deutet sich eine Lösung an. So sollen Radfahrer künftig auch offiziell die Fußwege in diesem Bereich nutzen dürfen. Gleichzeitig soll der parallel verlaufende Radweg an der Klia in Ordnung gebracht werden. "Aus unserer Sicht ist das die beste Variante, weil sie allen Seiten gerecht wird", sagt der städtische Bauamtsleiter Gerd Heimbach.

Zuletzt hatte es im Bauausschuss harsche Kritik an dem Entwurf des Bebauungsplans gegeben. Stadträte wie Klaus Oberbacher (Statt-Partei) und Steffen Eichner (SPD) forderten eine Überarbeitung des Papiers, um die Interessen von Radfahrern besser zu berücksichtigen. Der zuständige Planer Frank Löber aus Halle kann die Aufregung nicht verstehen. "Das klingt ja so, als ob wir der Stadt eine Entscheidung aufdiktieren würden. Das ist natürlich Quatsch", meint der promovierte Ingenieur. Sein Büro habe sieben Varianten für die Sanierung des Straßenzugs erarbeitet, drei wären nur erforderlich gewesen. "Es gab auch Vorschläge mit eigenen Radwegen. Die Stadt hat sich aber anders entschieden." Seit Monaten sei die jetzige Variante im Gespräch. "In den Plänen steckt viel Arbeit. Das macht man nicht nebenbei." Frank Löber warnt davor, das Projekt zu zerreden. "Im ungünstigsten Fall sind die Fördermittel und der Baubeginn im Juli in Gefahr", sagt er. Unterdessen streut Bauamtsleiter Heimbach Asche auf sein Haupt. "Wir haben alle Argumente abgewogen und uns schon vor einem Dreivierteljahr auf diese Variante festgelegt. Das hätten wir gegenüber den Stadträten besser kommunizieren müssen." Zumal es nach Aussagen der Planer ein kleines Kunststück gewesen ist, alle Interessen unter einen Hut zu bringen. Da wären die Havag mit der Straßenbahn, der normale Fahrzeugverkehr, Anwohner sowie Naturschützer. Ziel sei es gewesen, die Um- und Neugestaltung umzusetzen, ohne fremden Grund und Boden erwerben zu müssen. "Das ist uns gelungen."

Zumal eine Verkehrszählung ergeben hatte, dass die Weiße Mauer von wenigen Radfahrern frequentiert wird. Ein eigener Radweg sei daher nicht zwingend erforderlich - und würde vom Land auch gar nicht gefördert werden. "Ich denke aber, dass Radfahrer genügend Möglichkeiten haben und nicht im Gleisbett fahren müssen", sagt Frank Löber.