«Die Vertreter gehen zum Teil äußerst dreist vor», sagt der Geschäftsführer der Stadtwerke Karsten Rogall. (FOTO: MZ)
Die Stadtwerke Merseburg warnen vor Drückerkolonnen, die mit Haustürgeschäften einen Vertrag der Marke "Sorglosstrom" verkaufen wollen. Hinter dem Produkt steht das Münchener Unternehmen Energy 2day. "Die Vertreter gehen zum Teil äußerst dreist vor, weil sie den Menschen vorgaukeln, dass sie mit uns zusammenarbeiten oder gar in unserem Namen handeln", sagt Karsten Rogall, Geschäftsführer der Merseburger Stadtwerke.
Probleme mit dem Energy 2day-Vertrieb habe man schon seit Sommer vergangenen Jahres, berichtet Guido Langer, Prokurist der Stadtwerke. "Dabei werden den Leuten Zwei-Jahresverträge aufgeschwatzt, die angeblich günstig sind, sich für den Verbraucher aber als Boomerang erweisen können", sagt Vertriebsleiter Langer. So garantiere der Anbieter den angegebenen Preis nur für drei Monate. Danach sei man der Willkür des Unternehmens ausgesetzt. Wie viele Kunden unterschrieben haben, kann Langer nicht sagen. Er spricht aber von zahlreichen Anfragen besorgter Einwohner bei den Stadtwerken. "Daher wissen wir es auch. Mit solchen Geschäften wollen wir jedenfalls nichts zu tun haben. Das ist kein fairer Wettbewerb. Wer eine Bestätigung braucht, wie die Offerte zu werten ist, muss nur bei Portalen wie Verivox das Angebot prüfen", meint Rogall.
Die Stadtwerke Merseburg sind deshalb juristisch gegen den Münchener Versorger vorgegangen und haben am 8. März dieses Jahres vom Landgericht Halle auch Recht bekommen. Gegen eine Strafandrohung von bis zu 250 000 Euro wird Energy2day in dem Urteil vergattert, seine unlauteren Werbemethoden einzustellen.
"Umso unverschämter ist es, dass die Drückerkolonnen weiter in der Region unterwegs sind. Probleme sind mir auch aus anderen Landkreisen bekannt", schimpft Rogall und kündigt an, sich gegen Energy2day auch weiterhin mit allen Mitteln wehren zu wollen. Das Unternehmen selbst schweigt. Zwar wird auf der Homepage ein "Wechseln ohne Risiko" mit einer ausreichenden und ausführlichen Beratung angepriesen, an der Hotline wollte man sich zu den Vorwürfen aus Merseburg aber nicht äußern. "Schicken Sie eine Mail mit ihrer Anfrage", lautete die Antwort. Nach Angaben von Karsten Rogall sind Verträge innerhalb von zwei Wochen kündbar. Fehle die Widerrufsklausel, dürfe man auch noch danach von dem Kontrakt zurücktreten.
Die Stadtwerke Merseburg bieten zu dem Thema unter der Rufnummer 03461 / 45 42 12 Beratungen an.