Merseburg: Willkommen im Kühlschrank

21.05.2012 20:05 Uhr | Aktualisiert 21.05.2012 20:22 Uhr
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Holger Leidel

Holger Leidel zeigt die «Urfrüchte» der Leipziger Keramikerin Heinke Binder, die schon jetzt zu sehen sind. (FOTO: JUNGHANS)

Von UNDINE FREYBERG
Wo ist der einzige Ort in Merseburg, an dem man sich auch im Hochsommer einen Schnupfen holen kann? Richtig - in den tiefen Kellern unter dem Kunsthaus Tiefer Keller. Denn hier sind im Augenblick gerade mal 10 Grad bei einer Luftfeuchtigkeit von rund 90 Prozent.
MERSEBURG/MZ. 

Wer sich da unten mal umschauen möchte, kann das ab sofort tun, denn der Kunstverein Mer-Kunst, der die unterirdischen Kelleranlagen seit April betreut, bietet jetzt an jedem Samstag um 14 Uhr eine einstündige Führung für neugierige Merseburger an.

"Pro Führung können wir allerdings nur 25 Leute mitnehmen, deshalb sollte man vorher anrufen oder eine E-Mail schicken und sich anmelden", empfiehlt Holger Leidel, der Vorsitzende des Kunstvereins. "Wenn nämlich plötzlich 100 Gäste da stehen, müsste ich 75 wegschicken, und das täte mir leid." Er würde aber auch gern eine zweite Führung anbieten, wenn er wüsste, dass Leute kommen. Auch Führungen an anderen Tagen seien nach Voranmeldung möglich. Die Saalesparkasse habe bereits angefragt, und das Merseburger Radisson-Blu-Hotel biete seinen Gästen mittlerweile auch Abendveranstaltungen mit Kellerführung an.

Im Augenblick plane der Kunstverein gerade, wie die Keller gestaltet werden sollen. "Fest steht, dass das, was auf den kleinen Bühnen in den Stichkellern gezeigt wird, sich möglichst auf kunstvolle Art mit Merseburg beschäftigen soll", so Leidel. Man habe Fördermittel aus dem Programm "Lokales Kapital" des Landkreises beantragt, um die Keller nicht nur ordentlich auszustatten, sondern das ehrgeizige Projekt auch professionell zu bewerben. Internetseite und Flyer sind in Vorbereitung. "Damit wollen wir die Merseburger Innenstadt attraktiver machen und durch die Eintrittsgelder von 4,50 Euro pro Ticket eine Arbeitskraft im sozialversicherungspflichtigen Bereich finanzieren."

Einen wichtigen Tipp für alle, die die Keller besichtigen möchten, hat Leidel noch: "Jacke oder Pullover nicht vergessen, sonst holt man sich hier leicht einen Schnupfen."