Merseburger Airpark: Alte Technik, die begeistert

15.07.2012 19:41 Uhr | Aktualisiert 15.07.2012 20:40 Uhr
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Geiseltalsee

Die Doppeldecker-Antonov AN-2 flog auch über den Geiseltalsee.(FOTO: FUHRMANN)

Von Cornelia Fuhrmann
Zahlreiche Besucher sind am Wochenende in den Merseburger Airpark gekommen. Einige trauten sich auch auf Rundflüge mit einer Antonov AN-2.
Merseburg/MZ. 

"Wir haben vielleicht nicht alles richtig gemacht und sind vielleicht auch blauäugig gewesen" sagt Dieter Schönau, wenn er auf die 15 Jahre zurückblickt, die es das Luftfahrt- und Technikmuseums in Merseburg nun bereits gibt. Man habe Sachen ausstellen wollen, wo sich die Leute wiederfinden, sagt er.

Am Anfang sei man überzeugt vom Gelingen des Vorhabens gewesen, zwischendurch habe es große Zweifel gegeben und mit der Zeit auch Neider. Doch die Hartnäckigkeit des Museumsgründers Schönau und der Vereinsmitglieder hat sich ausgezahlt. Am Wochenende haben viele, auch aus dem Umland, den Weg nach Merseburg gefunden, um das Jubiläum zu feiern.

"Wir hatten das schon immer mal vor, haben es aber nie geschafft", erzählt der Hallenser Peter Scholz, der mit seiner Frau Renate durch die Flugzeug-Halle schlendert. "Wir haben vieles von früher wiedererkannt - die Fernseher, Radios und Haushaltsgeräte", ergänzt Renate Scholz. Einiges habe man sogar selbst noch zu Hause und das funktioniere bis heute, zum Beispiel das bekannte, meist orangefarbene Handrührgerät. "Warum soll man das dann wegschmeißen", fragt die 60-Jährige.

Unterdessen steuert in der selben großen Ausstellungshalle des Museums der zehnjährige Darin Alexander Drevs zielstrebig auf die gelbe Antonov AN-2 zu. Die kann man nicht nur vor außen besichtigen, sondern auch von innen. "Die Flugzeuge und die Autos gefallen mir hier am besten, die alten Rechner finde ich nicht ganz so interessant", sagt der Junge grinsend.

Er ist auch nicht zum ersten Mal, dass er das Museum in Merseburg besucht. "Das ist ein schönes Ausflugsziel und wir schauen hier eigentlich regelmäßig mit unseren Enkeln vorbei", berichtet Darins Oma Christel Strube, die ebenfalls aus Halle hergekommen ist.

Zum Jubiläum kann man aber die AN-2 nicht nur am Boden besichtigen, sondern auch mitfliegen. Dazu ist Pilot Burghard Werner mit seinem silber-blauen "Vogel" von Oppin nach Merseburg gekommen. 5 000 Flugstunden kann der 51-Jährige nachweisen.

Sein Flugzeugmechaniker Ralf Wiesinger witzelt: "Die Maschine ist mit 39 Jahren so alt wie ich, aber die muss man nur warten, da geht nichts kaputt." Allerdings hatten all jene Besucher, die am Sonnabend schon eine Runde über den Süden Sachsen-Anhalts drehen wollten, Pech, denn das Wetter ließ keinen Start zu.

Am Sonntag aber läuft alles nach Plan. Die erste Runde wünscht sich einen Flug über den Geiseltalsee, Naumburg und Freyburg mit einem Schlenker über Freiimfelde auf dem Rückweg. Geschmeidig hebt die AN-2 ab, auch der Wind hat kaum Auswirkungen auf den Flug. "Super" ist das Wort, das einer strahlenden Marina Stiehler und ihrem Ehemann Andreas nach der Landung einfällt.

Sie seien das erste Mal in der Antonov geflogen und hatten sich gewünscht, ihr Grundstück in Neubiendorf von oben zu sehen. "Und die Landung war sanfter als mit einem großen Flugzeug", meint Marina Stiehler. "Ich würde es jederzeit wieder machen. Auch die Atmosphäre im Flugzeug, der Lärm, das war Klasse", schwärmt Michael Engler.