Messung: Wann ist der Wasserverbrauch am höchsten?

29.06.2012 19:07 Uhr | Aktualisiert 29.06.2012 19:21 Uhr
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Von Undine Freyberg
Es ist tatsächlich so: Am Wasserverbrauch in den Merseburger Haushalten kann man erkennen, ob es im Fernsehen Fußball gab oder nicht. Und noch mehr. Man kann am Verbrauch sogar erkennen ob Deutschland gespielt hat oder nicht.
MERSEBURG/MZ. 

Die Pipi-Meisterschaft

MZ hatte den für Merseburg zuständigen Wasserversorger Midewa gebeten, mal ganz genau hinzuschauen wie denn während der Fußball-Europameisterschaft der Wasserverbrauch aussieht, und die Ergebnisse sind spannend: Den höchsten Wasserverbrauch von rund 320 Kubikmetern pro Stunde gab es am Abend des Spiels Deutschland gegen Italien etwa gegen 20.30 Uhr, also 15 Minuten vor Spielbeginn. Etwa 20 Minuten nach Spielbeginn benutzten so wenig Merseburger die Toiletten, wuschen sich die Hände oder duschten, dass nur etwa 175 Kubikmeter Wasser pro Stunde verbraucht wurde.

Zum Vergleich: Vor dem Spiel Portugal - Spanien lag der Spitzenwert bei etwa 290 Kubikmetern, der niedrigste Wert während der ersten Halbzeit bei etwa 160 Kubikmetern. Ganz ungezwungen werden die Toiletten immer erst wieder während der Halbzeitpause benutzt. Dann steigt der Wasserverbrauch für Spülen und Händewaschen auf maximal 225 Kubikmeter (Portugal - Spanien) oder sogar 260 Kubikmeter beim Deutschlandspiel am Donnerstagabend.

Keine Gefahr eines Druckabfalls

"Unsere Messgeräte können sekundengenau erfassen wie intensiv die Merseburger gerade Wasser verbrauchen, und während der EM haben wir abends natürlich echte Spitzenverbräuche", sagte Thomas Kretzschmar, der Midewa-Niederlassungsleiter Saale-Weiße Elster, gegenüber der MZ. Allerdings müsse niemand Angst haben, dass das Wasser mal knapp werden könnte. "Es könnte natürlich einen Druckabfall geben, und dann hätten die Leute, die im dritten Stock oder noch höher wohnen, ein Problem." Aber diese Gefahr bestünde nicht. "Denn kurz bevor ein Druckabfall zu erwarten ist, schaltet sich unser Wasserspeicher in Leuna-Rössen automatisch zu."

Keinerlei Gefahr eines Druckabfalls bestand übrigens am fußballfreien Abend des 26. Juni. Da lag der Wasserverbrauch der Merseburger gegen 20.15 Uhr bei rund 280 Kubikmetern pro Stunde und verringerte sich succzessive bis in die späten Abendstunden auf unter 50 Kubikmeter pro Stunde.

Grüße aus Warschau

Während die Merseburger ihr Wasser in Merseburg verbrauchen, verbrauchte Merseburgs Midewa-Geschäftsführer Uwe Störzner übrigens Wasser in EM-Gefilden. Am Donnerstag war er mit einem Geschäftsfreund aus Leipzig mit dem Auto zum Deutschlandspiel nach Warschau gefahren. Am Freitag ging es weiter nach Lemberg. "Ob wir uns die Italiener nochmal im Finale in Kiew antun, das entscheiden wir heute", schmunzelt Störzner, den die MZ telefonisch erreichte.