Auch Sirko Leiste (links) lernte bei Karl-Heinz Pfeiffer das Schweißen. (FOTO: PETER WÖLKQUERFURT)
Schon von weitem kann man die drei großen Buchstaben am Giebel des Gebäudes im Birkenweg 6 von Querfurt sehen: BVU - Bildungs-, Vermittlungs- Unternehmensberatungs GmbH ist dort zu lesen, wo noch bis vor wenigen Wochen das Logo der IEB Schulungsgesellschaft prangte, die in den Insolvenzstrudel der IEB- "Mutter"-Gesellschaft geraten war und die nun in der BVU aufgegangen ist.
"Man könnte sagen, dass der Alltag wieder eingetreten ist", sagt Karin Bürgel, die Betriebsstättenleiterin. "Wobei der Alltag eigentlich auch in der turbulenten Zeit nie unterbrochen wurde. Alle Projekte und Maßnahmen liefen weiter, die Mitarbeiter zogen mit, so dass der Übergang zur BVU eigentlich nur an den neuen Arbeitsverträgen und dem Logo am Haus wahrzunehmen war", erzählt Karin Bürgel, die selber gekämpft hatte wie eine Löwin, um am Ende fast alle Arbeitsplätze und auch die Projekte und Maßnahmen zu retten. Jetzt steht sie an der Seite von BVU-Geschäftsführer Hartmut Pietzsch und führt die Querfurter Betriebsstätte.
"Wir haben in Sachen IEB noch einige Abrechnungen vorzunehmen, aber ansonsten läuft nun alles unter BVU, und das ist einfach nur gut", sagt Karin Bürgel heute. Alle Mitarbeiter seien unter den gleichen Bedingungen eingestellt worden. Für einige hat sich allerdings die Urlaubszeit verändert. Sie bekommen nun sogar etwas mehr als bei der IEB. Trotz des guten Endes treibt Karin Bürgel eine große Sorge um. "Unser Herzstück, die Schweißwerkstatt, ist nicht ausreichend ausgelastet", erzählt sie. Tag für Tag melden sich Betriebe, die von der Ausbildung gehört haben und nun nach gut ausgebildeten Schweißern fragen. "Sie geben sich sozusagen die Klinke bei uns in die Hand. Sie suchen dringend Schweißer.
Nicht nur für die Montage sondern auch vor Ort. Und diese Arbeit wird auch noch sehr gut bezahlt. Aber das Interesse an einer solchen Ausbildung lässt einfach zu wünschen übrig." 400 bis 600 Stunden dauert die Ausbildung zum Schweißer (WIG, MAG, Gas und Elektro). Am Ende hat jeder Teilnehmer ein Prüfungsstück abzuliefern. Besteht er die Prüfung, gibt es ein Tüv-Zeugnis. "Unsere bisherigen Teilnehmer sind fast 100-prozentig vermittelt worden. Einer hat freitags seine Prüfung gemacht und ist montags schon arbeiten gegangen", wirbt Karin Bürgel für eines ihrer wichtigsten Projekte in Querfurt. 16 Ausbildungsplätze sind vorhanden. Man könne auch noch erweitern.