Ein halbes Jahr lang haben drei junge Männer im Saalekreis, im Burgenlandkreis, im Landkreis Mansfeld-Südharz sowie in Leipzig an Tankstellen Kraftstoff gestohlen und weiterverkauft. Jetzt konnte die Polizei die Tatverdächtigen aus Markranstädt (Sachsen) festnehmen.
Ihnen wird gemeinschaftlicher und gewerbsmäßiger Tankbetrug, Diebstahl und Gebrauch amtlicher Kennzeichen sowie Fahren ohne Führerschein vorgeworfen. Die Männer im Alter zwischen 25 und 33 Jahren sollen seit Januar mehr als 1 000 Liter Benzin entwendet haben.
Pächter im Saalekreis geschädigt
Wie die Autobahnpolizei Weißenfels mitteilt, die die Ermittlungen in Sachsen-Anhalt und Sachsen geleitet hat, fuhren die Täter verschiedene Tankstellen an, tankten voll und rasten davon, ohne zu bezahlen. Später sollen sie den Kraftstoff wieder abgepumpt und verkauft haben. Deshalb wird ihnen gewerbsmäßiger Betrug in 25 Fällen vorgeworfen.
Mit dem Geld finanzierten sie ihren Lebensunterhalt und Drogenkonsum. "Sie benutzten abwechselnd sechs verschiedene Autos, die sie mit ebenfalls wechselnden gestohlenen Kennzeichen versahen", erklärt Polizeisprecher Veit Raczek. Insgesamt sollen die Verdächtigen acht Kennzeichen von Autos abgeschraubt oder abgerissen haben. "Bei den Sprit-Diebstählen wechselten sich die Täter ab und tauschten auch die Autos untereinander."
Das Trio schlug im Saalekreis mehrfach in Merseburg, aber auch in Bad Dürrenberg, Leuna, Landsberg und Braunsbedra zu. Dabei wurden sie jedoch von Überwachungskameras gefilmt. "Als über Ländergrenzen hinweg die Erkenntnisse der Polizei verglichen wurden und immer wieder die selben Gesichter auftauchten, hat auch der Wechsel der Fahrzeuge und Kennzeichen nichts mehr genutzt", so Raczek. Zumal die Verdächtigen in Markranstädt seit ihrer frühen Jugend polizeibekannt seien und wegen verschiedener Delikte vor Gericht standen.
In Scheune versteckt
Vergangenen Freitag hat die Polizei schließlich Wohnungen, Grundstücke und Nebengelasse aller Tatverdächtigen durchsucht. "Dabei wurden zahlreiche Beweismittel, Betäubungsmittel und ein verbotenes Messer beschlagnahmt", so Raczek. Zwei der per Haftbefehl gesuchten Verdächtigen wurden festgenommen. Der dritte Verdächtige wurde schließlich am Montag in einer Scheune auf seinem Grundstück aufgespürt. Alle drei wurden dem Haftrichter vorgeführt und sitzen nun in Haft.