Saalekreis: «Die Nadeln waren gar nicht so schlimm»

23.05.2012 19:53 Uhr | Aktualisiert 23.05.2012 20:31 Uhr
Drucken per Mail
Ulrich Rueß

Ulrich Rueß aus Merseburg ist ein besonders fleißiger Spender. 106 Mal ließ er sich bereits seinen Lebenssaft «abzapfen». Dafür wurde er jetzt geehrt. (FOTO: MARCO JUNGHANS)

Von martin walter
Der DRK-Ortsverein Leuna lädt langjährige Blutspender zu einer besonderen Ehrung ins Rathaus ein.
leuna/MZ. 

Jedes Jahr sterben etliche Menschen in Deutschland, weil sie kein Spenderblut erhalten. Die Zahl der Spender nimmt dazu auch noch kontinuierlich ab. "Gerade junge Menschen gehen nur selten oder überhaupt nicht zum Blutspenden", erklärte Heiderose Haubenreißer, die seit 20 Jahren Leiterin des DRK-Ortsvereins Leuna ist, betrübt.

Umso schöner ist es, dass die Mitglieder des Roten Kreuzes diese Woche ihren langjährigen Spendern eine kleine Ehrung zuteil werden ließen. Es wurden insgesamt 15 Leute in den Ratssaal des Leunaer Rathauses eingeladen, wo sie ein reich gedeckter Kaffeetisch erwartete. "Alle Gäste, die heute erschienen sind, haben schon mindestens 40 Mal in ihrem Leben Blut gespendet", sagte Haubenreißer und erklärte weiter: "Dies ist bereits das dritte Mal dass wir solch eine Ehrung im Rathaus veranstalten. Wir sind sehr dankbar, dass die Stadt dafür den Saal zur Verfügung stellt". Leunas Bürgermeisterin Dietlind Hagenau (parteilos) war persönlich erschienen, um den Gästen und den Mitgliedern des DRK für ihr Engagement zu danken. Auch die Kleinen der Kindertagesstätte "Sonnenplatz" waren gekommen, um mit einem Unterhaltungsprogramm aus Gedichten und Liedern für gute Laune bei den Stamm-Spendern zu sorgen.

Unter ihnen befand sich Ulrich Rueß aus Merseburg, den eine ganz besondere Erinnerung mit dem Kindergarten "Sonnenplatz" verbindet. "Ich bin damals selbst in diesen Kindergarten gegangen", erinnerte sich der 72-Jährige, der aus Leuna stammt.

Doch noch eine weitere Tatsache machte Rueß an diesem Tag zum Ehrengast, hat er doch in seinem Leben bisher schon 106 Mal Blut gespendet, mehr als jeder andere Spender, der an diesem Tag eingeladen war.

"Als Kind hatte ich Angst vor Nadeln. Als jedoch meine Freunde und Bekannten Blut gespendet haben, habe ich es dann auch einmal probiert und fand es gar nicht so schlimm", erklärte Rueß seine langjährige Spendenbereitschaft. Heute geht der Merseburger nun regelmäßig zwei bis drei Mal im Jahr sein Lebenselixier spenden, wie er selbst erklärte: "Zwar war ich selbst zum Glück noch nie auf eine Transfusion angewiesen, freue mich aber sehr, dass ich anderen Menschen mit meinem Blut helfen kann und dafür nur etwas Zeit opfern muss".

Da die Altersgrenze für Blutspender im Jahr 2009 aufgehoben wurde, möchte Ulrich Rueß nun so lange spenden, wie es seine Gesundheit zulässt. So dauert es auch bis zur 107. Blutabgabe von Rueß sicherlich nicht mehr lange, findet doch die nächste Blutspende im Hauptgebäude des Leunaer Gesundheitszentrums bereits am 18. Juli von 12 bis 16 Uhr statt.