"Seit Monaten fahren wir Loderslebener über Feldwege, Äcker und Fußwege, um zu unseren Häusern zu kommen. Kanalbau ist zwar wichtig, aber man hatte uns bei Bürgerversammlungen vor Baubeginn versichert, dass wir immer freien Zugang zu unsren Grundstücken haben. Aber schauen sie sich mal um bei uns. Die Baufirmen kippen ihr Material dort ab, wo es gerade passt. Wir müssen jeden Morgen neue Wege suchen, um auf Arbeit zu kommen. Immer wieder ist etwas versperrt oder zugekippt. Wir haben den Kanalbau satt." So oder ähnlich sind die Aussagen von Bürgern aus dem Querfurter Ortsteil Lodersleben, die sich in den letzten Tagen an die MZ wandten.
Frank Lüttich, Leiter des Abwasserbetriebes Stadt Querfurt, bestätigt auf Anfrage der MZ, dass "die Loderslebener in den letzten Monaten durch den Kanalbau unwahrscheinlich auf die Geduldsprobe gestellt worden sind." Immerhin seien auf Grund des Zeitdruckes drei Firmen mit sechs Bautrupps im Ort tätig geworden. "Das hängt mit den Fördermitteln zusammen, die wir bis Ende 2012 abgerufen haben müssen. Deshalb mussten wir gleich an so vielen Stellen bauen. Und das bringt natürlich hier und dort Probleme mit sich", so Lüttich. Die habe es zum Beispiel in Sachen Entsorgung gegeben. Müllfahrzeuge hätten sich nicht in die Baustellen getraut. Da habe man zentrale Sammelstellen eingerichtet, die Bauarbeiter haben dann die Tonnen dorthin gebracht. Man habe auch immer versucht, auf Beschwerden der Anwohner zu reagieren. Die Anwohner seien immer gut beraten, wenn sie sich bei Problemen sofort an die Baubetriebe vor Ort wenden. "Oder sie informieren uns."
Zudem habe er gute Nachrichten. "Wir halten die Zeitpläne ein. Spätestens Ende Oktober sind alle Baufirmen weg. Dann ist der Kanalbau in Lodersleben beendet. Derzeit müssen noch einige Meter am Trümpelberg, am Sudel und in der Allstedter Straße verlegt werden. Dann wird die Kreuzung Richtung Querfurt straßenbaumäßig gemacht. So lange bitte ich die Loderslebener um das Verständnis, das sie uns freundlicherweise seit Wochen schon entgegenbringen", so Frank Lüttich.