Saalekreis: Bad-Chef ist Herr am Brunnen

30.05.2012 20:25 Uhr | Aktualisiert 30.05.2012 20:28 Uhr
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Übergabe der Amtskette

Der scheidende Brunnenherr Wolf-Dieter Schergun (links) legt dem neuen Olaf Tobisch die Amtskette um. Bürgermeister Peter Kunert trägt ebenfalls Amtskette und schaut zu. (FOTO: PETER WÖLK)

Von regina retzlaff
Es ist in jedem Jahr das wohl am besten gehütete Geheimnis von Querfurt. Nur drei der Thaldorfer Pfingstburschen wissen vor dem Knoblauchmittwoch, wer der neue Brunnenherr ist. Das war auch am Mittwoch wieder so.
querfurt/MZ. 

Lutz Böhme, der Sprecher der dreiköpfigen Brunnenherrren-Findungsgruppe, ließ gegen 15.45 Uhr schließlich die "Katze aus dem Sack" und verkündete unter dem frenetischen Jubel der Querfurter den Namen des neuen Brunnenherrn - Olaf Tobisch. Der 43-jährige Leiter des Stadtbades und Vorsitzende des Kreisverbandes der DRK-Wasserwacht ist der 24. Brunnenherr nach Neugründung des Pfingstburschenvereins.

Er übernahm die Amtskette von Wolf-Dieter Schergun, der in seinem Jahr sein Versprechen, etwas für die Kinder Querfurts und das Zusammenrücken der Vereine zu tun, mehr als eingehalten habe, so Andreas Nette, der Chef der Thaldorfer Pfingstburschen. Die Knirpse aus der Paten-Kita rollen jetzt mit tollen Trettraktoren durch die Welt, können auf einem neuen Klettergerüst toben. Und beim 1. Frühlingsfest, das Schergun initiierte, zogen acht Querfurter Vereine an einem Strang und verzeichneten einen Reinerlös von 3 300 Euro, der sozial schwachen Kindern zugute kommt.

"Das ist für mich ein sehr emotionaler Moment und eine sehr große Ehre. Ich bin so froh, dass es endlich raus ist. Es haben ja wirklich nur meine Frau und die drei Burschen gewusst, dass ich der neue Brunnenherr werde. Da muss man sich schon ganz schön zusammenreißen, wenn man sich mit anderen unterhält und die Frage aufkommt, wer es denn wohl wird", erklärte Tobisch am Mittwoch erleichtert. Lange habe er auch überlegt, was er als Brunnenherr tun wolle. "Aber da auch ich viel mit jungen Leuten zu tun habe, werde ich da weiter machen, wo mein Vorgänger aufhörte, nämlich etwas zu tun für Kinder und Jugendliche in der Stadt. Da wird mir bestimmt eine Menge einfallen in diesem Jahr", so Tobisch, der beim traditionellen Wett-Trinken aus den Bürgermeisterhumpen im Fotofinish gegen das Stadtoberhaupt, Peter Kunert (FDP), verlor. Auch der scheidende Brunnenherr war, wie schon zu seinem Amtsantritt vor einem Jahr, chancenlos.

Der Bürgermeister hatte, und auch das ist Tradition, auch wieder ein Geschenk für die Thaldorfer Pfingstburschen dabei. Symbolisch überreichte er ein Modell einer überdachten Holzsitzgruppe (Futterkrippe). "Die alten Sitzgruppen haben ihren Dienst getan, im nächsten Jahr stehen auf dem Festplatz neue Gruppen", versprach Kunert. Sein Versprechen vom Vorjahr hatte er ebenso eingelöst wie der Brunnenherr seines. Die Braunsquelle, die sich in die Querne ergießt, sprudelt nun aus einer neuen Einfassung, die der Brunnenherr Harald Otto hergerichtet hat.

Und noch eine Überraschung hatte Peter Kunert parat. Er versprach den anwesenden Mitgliedern des Querfurter Fanfarenzuges, dass er ihnen zwei neue Hochtrommeln sponsern wird, denn die alten sind "krank" (die MZ berichtete). "Ich habe noch gespendetes Geld von meinem letzten runden Geburtstag übrig, das Querfurter Jugendlichen zugedacht war. Das bekommt ihr."