Saalekreis: Bombendrohung sprengt Party

19.08.2012 11:23 Uhr | Aktualisiert 19.08.2012 21:12 Uhr
Die Veranstalter Stefan Schicht (links) und Karsten Rogge. (FOTO: WÖLK) 
Von TILO KRIPPENDORF UND DIANA DÜNSCHEL
Während des Musik-Festivals "Sommernachtsträume" an der Marina Mücheln gab es Samstagnacht eine Bombendrohung. Das Gelände musste für drei Stunden evakuiert werden.
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Mücheln/MZ. 

Die Polizei registrierte gegen 22.20 Uhr mehrere Anrufe eines bislang unbekannten Mannes, der offenbar mit seiner Drohung das Ende der Tanzveranstaltung erreichen wollte. "Er wollte Blaulicht auf dem Marinagelände sehen, sonst würde er verschiedene Bomben zünden", berichtet Veranstalter Stefan Schicht von den telefonischen Drohungen des Unbekannten.

Über 1500 Menschen mussten auf dem Parkplatz der Marina auf den Ausgang des dramatischen Zwischenfalls warten. Aus Magdeburg wurden Sprengstoffspürhunde ins Geiseltal gebracht. Sie suchten das Gelände nach Bomben ab. Gefunden wurde nichts Verdächtiges. Nach einer dreistündigen Unterbrechung konnten die "Sommernachtsträume" schließlich etwa zwei Uhr in der Nacht fortgesetzt werden und blieben bis in den Morgen hinein eine friedliche Party.

Vor Ort waren in der Nacht 23 Polizeibeamte, 17 Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr Mücheln und Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes im Einsatz. Dirk Köhler von der DLRG-Ortsgruppe Geiseltal befand sich zur Sanitätsabsicherung vor Ort und half bei der Evakuierung. Alles sei ruhig abgelaufen. Eine Panik habe es nicht gegeben, schildert Köhler. Für das umsichtige Verhalten der Gäste bedankt sich auch der 23-jährige Stefan Schicht. "Mein Respekt gilt den Leuten, die hier drei Stunden ruhig und friedlich auf dem Parkplatz ausgeharrt haben", so Schicht am Sonntagvormittag. Dass das zuvor bei der Stadt Mücheln eingereichte Sicherheitskonzept der Veranstalter aufging, bestätigt auch der Müchelner Bürgermeister Andreas Marggraf (parteilos), der nach der Meldung über die Bombendrohung sofort zur Marina geeilt war. "Das Zusammenspiel aller Einsatzkräfte hat sehr gut funktioniert, auch die Veranstaltungsbesucher reagierten sehr vernünftig auf die Ausnahmesituation", sagt er.

Für die Organisatoren des bereits zum fünften Mal stattfindenden Festivals "Sommernachtsträume" ist die Bombendrohung mit großen Einbußen verbunden. "Abgesehen vom finanziellen Desaster ist auch der Imageschaden riesig", so der 30-jährige Mitorganisator Karsten Rogge. 40 verschiedene DJs, teilweise aus dem Ausland, seien nach Mücheln gekommen, um in fünf verschiedenen Festzelten Platten aufzulegen. Auch die Besucher des Festivals seien teilweise von weit her gekommen.

Die Organisatoren trifft der Zwischenfall finanziell hart, so eine erste Einschätzung. Man rechne mit mehreren tausend Euro Verlust. "Während der dreistündigen Unterbrechung konnten wir kein Eintrittsgeld einnehmen und weder Speisen noch Getränke verkaufen. Nachdem die Polizei das Gelände wieder freigegeben hat, haben wir dann auch keinen Eintritt mehr genommen", erzählt Rogge.

Das Festival sei fast ein ganzes Jahr im Voraus geplant worden. "Wir wollen doch nur der Jugend in der Region etwas bieten", sagt Stefan Schicht sichtlich enttäuscht von den Ereignissen der vergangenen Nacht. Er ist nach 30 Stunden auf den Beinen fix und fertig. Doch der Abbau der Zelte und der Licht- und Soundanlagen sowie die Auszahlung der Djs stehen ihm noch bevor.