Saalekreis: Brückenbau im Süden Halles verzögert sich bis September

17.07.2012 11:03 Uhr | Aktualisiert 17.07.2012 19:06 Uhr
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B 91

Erst Ende September soll die B 91 wieder vierspurig befahrbar sein. Im Frühjahr wird sie dann voraussichtlich wieder zur Hälfte gesperrt. (FOTO: PETER WÖLK)

Von Tilo krippendorf
Im Juni sollte die Elsterstrombrücke der Bundesstraße 91 fertiggestellt werden. Doch erst im September kann hier der Verkehr für kurze Zeit wieder rollen.
Halle (Saale)/Schkopau/MZ. 

Es klingt schon im Vorhinein wie eine unendliche Geschichte: Von den vier verschiedenen Brücken der B 91 in der Elsteraue im Süden Halles steht bisher erst eine. Dabei ist die Strecke schon seit Monaten ein Nadelöhr für die rund 23 000 Kraftfahrzeuge, die hier täglich entlangrollen.

Zwei Gewässer müssen hier überquert werden. Zum einen die Weiße Elster, zum anderen der direkt daneben liegende Elsterflutbereich. In beiden Fahrtrichtungen werden also zwei Brücken benötigt. Ursprünglich war geplant, dass bis zum Juni dieses Jahres die beiden Bauwerke in Richtung Halle fertiggestellt werden. Doch davon ist man noch weit entfernt.

Nur eine Brücke, diejenige die die Elster überspannt, steht bis jetzt, und der Verkehr läuft immer noch über nur zwei statt vier Fahrspuren. Der Grund für die Verzögerungen seien Hochwasser und der Fund von sechs Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg, so die zuständige Landesstraßenbaubehörde.

Doch warum steht die zweite Brücke über dem Flutgebiet der Weißen Elster noch nicht? „Infolge nicht abgesicherter Finanzierung konnte die Veröffentlichung zur Ausschreibung nicht erfolgen“, so Horst Hörig, der Fachgruppenleiter für Ingenieur- und Brückenbau bei der Behörde.

Das Geld für die Bundesstraße gibt der Bund. „Doch wenn die Mittelzuweisungen erst im Frühjahr kommen, können wir nicht rechtzeitig die Aufträge vergeben“, so Hörig.

Nun würden die Straßenbauarbeiten zum Anschluss der neuen Brücke nach Halle vorgezogen, danach sollen vorerst wieder vier Spuren freigegeben werden - Ende September soll es soweit sein. Doch im Frühjahr 2013 sollen - wahrscheinlich - die Bauarbeiten weiter gehen. Dann ist die zweite Brücke über der Elsteraue an der Reihe. Bauzeit: zehn bis elf Monate.

Dann schließlich, voraussichtlich ab 2014, sollen die beiden Brücken in Fahrtrichtung Schkopau neu gebaut werden. Auch hier: Bauzeit etwa zehn bis elf Monate je Brücke. Der Verkehr wird dann über die neue Gegenfahrbahn geleitet. „Eine konkrete Bauzeit kann noch nicht angegeben werden, da auch hier die Finanzierung eine Rolle spielt“, so Hörig. Im Klartext heißt das, auch hier muss erst auf die entsprechenden Mittel aus der Bundeskasse gewartet werden.

Desweiteren seien ökologische Belange zu beachten, beispielsweise Schonfristen für brütende Vögel und Lärmschutz für die Arten im „sensiblen Bereich“ der Elster, sagt der Fachgruppenleiter der Behörde.

Mehr als drei Jahre wird an den vier Brücken der B 91 also noch gebaut werden, vor 2017 ist mit einer durchgängigen Nutzung auf vier Fahrspuren in diesem Breich wohl kaum zu rechnen. Doch damit nicht genug: Auch mehrere Brücken der B 91 über der Saale und ihrer Aue, ein paar hundert Meter weiter in Richtung Schkopau, müssen dann instand gesetzt oder auch neu gebaut werden.