Auf seiner Flucht rammte der 23-jährige Fahrer mit dem Wagen auch diesen Baum und fällte ihn, wenig später überschlug sich das Fahrzeug zwischen Querfurt und Obhausen. (FOTO: WÖLK)
Die Flucht endete tragisch. Der Tacho blieb etwa bei 180 stehen.
Der dunkle Ford Mondeo war den Querfurter Beamten nicht ganz koscher vorgekommen, doch als sie den Wagen gestern Morgen gegen 1 Uhr in der Nähe des Real-Marktes in Querfurt kontrollieren wollten, jagte das Auto in Richtung Querfurter Innenstadt davon - zunächst mit überhöhter Geschwindigkeit in Richtung Kreisverkehr, mit äußerst riskanter Fahrweise die Geistpromenade entlang und dann weiter in Richtung Merseburg. Die Polizeibeamten sahen, wie der flüchtende Ford an der Kreuzung L 172 / B 180 (Ortsumgehung) über die rote Ampel fuhr. Was die Beamten nicht sehen konnten: Der Fahrer verlor die Kontrolle über den Wagen. Der Ford prallt gegen einen Baum an der L 172, der regelrecht gefällt wurde. Doch auch das konnte die Fahrt des Wagens nicht bremsen - erst 50 Meter weiter, an der Einfahrt zur ehemaligen Kiesgrube, überschlug sich das Fahrzeug und blieb völlig zerstört auf dem Dach liegen. Wie die MZ erfuhr, blieb der Tacho bei 180 Kilometern pro Stunde stehen. Der 20-jährige Beifahrer erlitt leichte Verletzungen, der 23-jährige Fahrer, der eventuell nicht angeschnallt war, wurde aus dem Auto geschleudert und bezahlte die Flucht mit dem Leben. Auch die sofortige Behandlung im Querfurter Klinikum konnte ihn nicht retten.
Von den beiden Männern, die beide aus einem Ortsteil von Bad Lauchstädt stammen, war zumindest einer polizeibekannt. Der Fahrer war nicht der Halter des Wagens. Der Wagen war allerdings nicht als gestohlen gemeldet.
Bis gestern Mittag untersuchte die Kripo das Auto, das bei einem Abschleppdienst im Weida-Land steht, auf Spuren. Es sei allerdings nichts entdeckt worden, was eine Flucht erklärt hätte, hieß es von der Polizei. Nach MZ-Informationen soll der 23-jährige Fahrer allerdings keinen Führerschein gehabt haben, was zu der nächtlichen Verfolgungsfahrt geführt haben könnte. 15 Stunden nach dem Unfall konnte Antje Hoppen, Sprecherin der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd, noch keine genaue Auskunft geben. "Es hat der Verdacht bestanden, dass der 23-Jährige keinen Führerschein hatte. Diesem Verdacht wird noch nachgegangen", sagte sie. Der 20 Jahre alte Beifahrer war bis gestern Nachmittag auch noch nicht vernommen worden, hieß es.