Die Ausstellung zeigt interessante Zeitzeugnisse zur Urauffüphrung des Stückes im Goethe-Theater, darunter Entwürfe von Max Liebermann. (FOTO: MARCO JUNGHANS)
Lauchstädt um die Jahrhundertwende: Das verschlafene Städtchen nahe Merseburg hat seine einstige Anziehungskraft verloren. Keine Spur mehr vom sächsischen Bad Pyrmont, der Badebetrieb ist eingestellt. Dem Theater, wegen Baufälligkeit geschlossen, droht gar der Abriss. Da greift der hallesche Bankier Lehmann ein und übernimmt die Kosten für die Instandsetzung.
Doch im Jahre 1912 blickt die deutschsprachige Literaturszene noch einmal auf Bad Lauchstädt. Hier erlebt, im gewünschten "kleinen Kreis" Gerhart Hauptmanns Stück "Daniel Schilling auf der Flucht" seine Uraufführung. Der Dramatiker, der in dem Jahr 50 wird und den Nobelpreis erhält, reist selbst mit an, ebenso zahlreiche Freunde. Zum Beispiel der Maler Max Liebermann, der die Bühnenbilder schuf. Große Namen auch auf der Besetzungsliste, darunter Tilla Durieux. An drei aufeinander folgenden Tagen läuft das Stück, Premiere ist am 14. Juni.
In der Handlung sehen manche Züge aus Hauptmanns eigenem Leben. Daniel Schilling steht zwischen Ehefrau und Geliebter, es geht ihm schlecht. Er sucht Ruhe auf einer Ostseeinsel, findet sie, da kommen zuerst die Geliebte und dann die Gemahlin angereist und Schilling flieht in die See...Nach der Aufführung in Bad Lauchstädt machte das Stück Furore auf deutschen Bühnen. Das und vieles mehr, betrachterfreundlich gestaltet und mit zahlreichen Anekdoten gewürzt, erfährt man in der Ausstellung, die die Historischen Kuranlagen seit Sonntag zusätzlich zu denen im Schillerhaus anbieten.