Fleißiges Üben gehört dazu. Vanessa (9) macht das Spielen im Fanfarenzug Spaß. (FOTO: PETER WÖLK)
Das ganze Gerätehaus der Lauchstädter Feuerwehr klingt: in der Maschinenhalle im Erdgeschosss wird getrommelt, was das Zeug hält, in der Etage darüber dringen laute Flötentöne über den Flur und wer genau aufpasst, hört auch das helle Klingen der Lyra. Wenn sich dienstags hier der Spielmannszug zur Probe trifft, bleibt das wahrlich kein Geheimnis. 34 Hobbymusiker im Alter von acht bis 55 Jahren gehören der Formation an und Nachwuchssorgen sind (gegenwärtig jedenfalls) kein Thema für Leiter Thomas Werner. "Nachdem wir uns mal in der Grundschule vorgestellt haben, meldeten sich etliche Kinder, die mitmachen wollten", verrät er das Rezept.
Inzwischen gehören sieben Mädchen und Jungen im Alter von acht bis zwölf Jahren zum festen Stamm. In der Goethestadt hat der Spielmannszug der Feuerwehr Tradition. Kein Brunnenfest, kein Oster- oder Herbstmarkt ohne die Musiker in den blauen Uniformen. Rund 25 bis 30 Auftritte absolvieren sie im Jahr, darunter regelmäßig beim Sachsen-Anhalt-Tag als offizieller Abgesandter des Saalekreises. Das macht nicht nur Spaß, sondern bringt Anerkennung, und das spricht sich herum.
Dass es in der Truppe recht familär zugeht, stimmt im doppelten Sinn: Nicht nur, dass Kinder ihre Freunde mitbringen, auch Väter und Mütter und deren Sprößlinge spielen gemeinsam im Fanfarenzug. Das gilt für ältere Semester wie Frank (30) und Martina Stange (51) ebenso wie für jüngere: Während der 41-jährige Thomas Werner als Chef den Tambourstab schwingt, schlägt die 9-jährige Lara Marie die Trommel.
Am Sonnabend gibt es wieder Grund dazu. Dann feiert der Fanfarenzug seinen 55. und die Jugendfeuerwehr ihren 20. Geburtstag. Gerhard Grauert (58), langjähriger Jugendwart der Wehr, hat schon vielen Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 18 Jahren das Einmaleins des Brandschutzes vermittelt und sich über alle gefreut, die mit 18 in die aktive Abteilung gewechselt sind. Rund 20, schätzt er, sind in den vergangenen Jahren diesen Weg gegangen. Das macht ihn stolz, stecken doch viele Freizeitstunden dahinter.